Am Donnerstag den 13. Juli bin ich und die andern Gefangenen examinirt worden und ich bin des Abends da ich vorher 16 Tage im Caplan-Zimmer zu brachte, das bei Tag nicht versperrt gewesen, ins Hausperger-Zimmer geschafft worden. Gott schicke es bald zur Erledigung.
Ist an dato 16. Juli der 25. Tag, daß ich von zu hause fort bin, darunter im Schlosse gefangen 19 Tage, habe außer des letzten alle Tage 1 Viertel Wein gehabt, thuet 18 Viertel. Montag 17. Juli leider 1 Viertel, 18. detto mehr 1 Viertel, 19. keinen Wein, 20. 1 Maß Wein, 21. 1 Halbe, 22. Juli 1 Maß Wein, 23. detto 1 Maß Wein, ist die Flaschen nicht viel mehr als halbvoll Wein gewest. Donnerstag 27. Juli 1 Maß Wein, diesen Tag ist auf Befehl Ihrer hochfürstl. Gnaden durch die Herren Commissarii mir anzeigt worden, daß Ihr hochfürstl. Gnaden genügsamen Bericht habe, daß ich nicht allein der Unterthanen Vorhaben durch den Guthundt erinnert worden, sondern den Unterthanen zum Suppliciren selbst gerathen: Sie müßten nur mehr Gerichte an sich ziehen, sonst würde es kein Ansehen haben. Ihre hochfürstl. Gnaden hätten Ursach auf voriges Verläugnen der Schärfe nach zu verfahren. Und dann Gott behüthe einen jeden frommen Menschen. Se. Gnaden wollen aber meines Alters verschonen, solle demnach, wie es sich Alles verloffen und was mir dieser Sachen halber bewußt sei, selbst beschreiben und die Wahrheit anzeigen, solches den Herrn Commissären zustellen, sei die Gnade noch unverschlossen, wo nicht, so wollen mich Ihr hochfürstl. Gnaden mein Leben lang auf dem Schloß sitzen lassen und meinen Kindern Gerhaben[11] verordnen. Ich solle gegen die Unterthanen vermeldet haben, sie sollen nicht sagen, daß ich Ihnen gerathen, da ich nichts gestehen würde. Also ist Ihrer hochfürstl. Gnaden Bericht.
Freitag den 28. Juli keinen Wein. Samstag 29. Juli 1 Maß Wein, Sonntag 30. detto 1 Viertel Wein, bisher gefangen 33 Tage. Gott schicke es zum Ende.
Mittwoch 9. August l Maß. An diesem Tage den Herrn Commissarien meine Schrift überschickt. Ist diese Nacht, da ich doch zuvor das Wenigste nichts gehört, in meinem Zimmer ungestüm gewesen, hat einen ungewöhnlichen Fall bei meinem Bett gethan, Gott verleihe mir Gnade.
Am Donnerstag ist St. Lorenztag den 10. August 1 Viertel.
Freitag 1 Maß. An diesem Tag haben mir die Herren Commissarii aus Ihr hochfürstl. Gnaden Zimmer Bethschnüre[12] heruntergeschickt, welche ich Ihnen den 12. dieses wieder zurückstellen lassen.
Freitag 18. dieses 1 Maß, fast betrübt. Mein Pathe, der Jacob Riedl
schickt mir 2 Viertel Wein. Sonntag den 20. dieses keinen Wein.
Montag 21. dieses keinen Wein, ist die Schwalbe, so hinvor zwei Sitz
im Zimmer gehabt, ausblieben.
Freitag 1 Maß Muskateller und gute Vertröstung baldiger Erledigung.
Gott schicke es, daß mit Glück erfolge.
Sonntag den 27. dieses 1 Viertel, ist meine Schwalbe wieder
ausgeblieben.