Donnerstag 31. August bin ich abermals examinirt worden.
Kann mich nicht erinnern, daß ich die Unterthanen zum Suppliciren angewiesen und angelernt, wie sie es sollen angreifen oder wegen meiner Urbargüter gethan haben sollen.
22 September 1 Maß Wein. Gott erbarme sich und wende meine Betrübniß. Des Abends bin ich in den Thurm gelegt worden, O Herr Gott hilf mir bald mit Glück wieder daraus.
(Es folgen Tag für Tag Notizen über erhaltenen Wein und Branntwein.)
Donnerstag 12. October 1 Maß Wein, Keuchen[13] ausgekehrt.
Montag 23., Dienstag den 24. October 1 Maß, diese beiden Tage bei der Strenge examinirt, habe bekannt, daß ich nicht allein der Unterthanen Suppliciren längst zeitlich gewußt, dessen durch den Carl Rieder, Guthundt und andere, die mir abgefallen, bericht worden, sondern Ihnen darzu gerathen und daß sie andere Gericht, damit sie nicht für Aufwiegler gehalten worden, an sich nehmen sollen. Mittwoch in einem Krug Meth, als 1 Maß Wein. Mehr ein Maß Muskateller. Eodem die habe ich meine gestrige Aussag gethan, so mir wieder vorgehalten worden, unterschrieben.
Donnerstag den 26. dieses 1/2 Mäßl Branntwein, sonst keinen Wein.
Freitag 1 Viertel Wein. Eodem die bin ich im Zimmer auf etliche, ich
hatte ohngefehr fünfundzwanzig, Artikel der angelegten Steuer und
Urbarsbeschreibung examinirt worden.
Sonntag 29. October 1/4 Wein, bin nun 38 1/2 Tage am Thurme gelegen und diesen Tag hat man mich in ein Stübel im Pfaffenthurm gethan, Gott verleihe bald glückselige Erledigung.
Dienstag den 31. October bin ich mehr vor den
Herren Commissären gewesen und was ich den 22. und 24. October
ausgesagt, unterschrieben.