„Gohst licht von mir?“
Weinend bittet 's Maidli: „Mach' mir 's Herz nit schwer, Michel! Lueg: Wenn im Früehlig 's Schwälmli wieder singt: vielleicht das Glück uns zusamme bringt! Wir müsse warte und uf Gott vertraue!“
Schwere Schritte vor dem Haus unterbrechen das Gespräch der beiden; es ist Ätti, der von Säckingen zurückgekehrt ist und lärmend sich den Schnee von den schweren Schuhen abflößt. Schon im Flur begrüßt ihn Muetti, gleichzeitig fragend, wie es sei zu Amt und was Ätti ausgerichtet habe.
Lachend mahnt der Alte: „Zit lasse, Muetti, sust erstickst am viele
Frage!“
In die Stube eintretend, wird Biber herzlich begrüßt und willkommen geheißen vom Sohn und der Thrinele.
„Potz tausig! Isch der Bueb au wieder uf de Bine! Gottwilche ußerm
Bett!“
Damit hat nun das Reden beim Ätti vorerst ein Ende; er langt nach dem Pfifli, es muß erst ein Weilchen Tubak geraucht werden, dann kann's ans Verzählen gehen. Muetti bringt zur Stärkung ein Gläschen Chriesiwasser, das Ätti bedächtig leert und dann mit der Zunge schnalzt. Dann wird's still in der warmen Stube, und Thrineles Rädchen summt und brummt.
Das Pfifli ist zu Ende geraucht. Jetzt spricht Ätti: „Michel!“
„Was isch, Ätti?“
„Nüt isch!“