Verwundert blickt der Großherzog auf den Sprecher und dann wie fragend auf den nebenstehenden Minister, der flüsternd den Ausdruck „Halunke“ erklärt. Hoheit schmunzelt; die Unterhaltung mit den urwüchsigen Leuten aus dem tiefsten Schwarzwald belustigt den Fürsten sichtlich.
„Red' Er nur weiter, Peter!“
„Also lueg! Die Kerze hent gsproche für Euch mit Licht ufm tote Bühl!
Mit de Bruederschaft isch us! Mer geruhe Euch anzuerkennen als unsern
Großherzog un wöllent Euch huldige, sothanermaßen Ihr de Bedingungen
erfüllen wollet!“
Karl Friedrich hustet in sein Taschentuch vor Vergnügen, und die Herren des Hofdienstes haben größte Mühe, das Kichern zu unterdrücken.
„Wennder nit wollet, huldige mer nit un weret wieder Salpeterer, un Ihr heut de Schade!“
„Nunu, nicht gleich so obenaus, Er Schwerenöter! Habt mich lange genug warten lassen!“
„Jo, Herre, im Wald lit de Schnee lang un de Weg isch wit! Geh du rus by de Schnee, wenn d' chasch! Un umgebracht het's Warte di au nit!“
Karl Friedrich lacht Thränen des Vergnügens und die Herren platzen auch eine Lachsalve nach der andern heraus.
„Un wissenter wos: Ihr seigt Halunke un mer schließent Euch an, so Ihr,
Herre Großherzog, gelobet an Idesstatt frizegebe mi Jobbeli von de
Soldate! Mer were huldige, wennder uns lasch unsere alte Glaube, denn
mer wollet blibe katholisch!“
Karl Friedrich richtet sich auf und spricht ernst und weihevoll: „Höret, ihr Leute vom Schwarzwald! Es ist Mein Wille, jedem Meiner Unterthanen zu lassen seinen Glauben, in dem er aufgewachsen. Jeder bete zu seinem Gott! Aber Ordnung müßt ihr halten, euch fügen den Anordnungen der Behörden, aufgeben alte, nie erfüllbare Träume! So ihr tüchtige Unterthanen werdet, soll euch Salpeterern verziehen, den Eingekerkerten die Strafe geschenkt sein! Haltet Euch fürder brav und wacker, so sollt ihr in Mir alle Zeit einen treu um euer Wohl besorgten Landesvater haben!“