„Ihr redet wie en Buch, Herre, und mer wöllent's befolge, aber sagsch:
Wos isch minem Jobbeli?“

Wieder flüstert einer der Herren Seiner königlichen Hoheit etwas ins Ohr, worauf Karl Friedrich lächelnd spricht: „Ihr sollt Euren Sohn freibekommen, Streitpeter!“

„Halt' in, Herre! Seller bin i nimeh, un wennder sell Wörtli nomal seit, seigt mer gschiedene Luit!“

„Um so besser, Peter! Begrabt jeglichen Streit und werdet fürder gute badische Unterthanen!“

„Sell wöllent mer were!“ ruft freudig Peter aus und kniet nieder zur Huldigung. Mit zum Schwur erhobenen Händen geloben die Hochschürer Treue bis in den Tod und Befolgung der Gesetze. Und aufbringend schreit Peter: „De gnädigst' Großherzog soll lebe, hoch, hoch, hoch!“ Donnernd braust der Jubelruf aus den rauhen Schwarzwäldler Kehlen durch den weiten Saal: „Hoch, hoch, hoch!“ Peter faßt die Hand des Monarchen und küßt sie bewegten Herzens, und alle seine Mannen folgen seinem Beispiel. Am liebsten hätte der glückselige Peter den Fürsten gleich ganz umarmt, aber er fürchtete, den lieben guten Großherzog zu verdrücken, und unterließ daher die Liebkosung.

Gerührt dankt Karl Friedrich den Leuten, drückt jedem die Hand zum Abschied mit den Worten: „Bleibt fürder gut badisch!“ Dann zieht sich der Monarch leutselig grüßend vom Gefolge begleitet zurück.

Der Kammerherr aber händigt den Hochschürern ein Geldgeschenk ein, und
Peter insbesondere bekommt noch einen Zettel mit der Freigabe seines
Sohnes, den er gleich aus der Kaserne holen kann.

Jubelnd ziehen die Hotzen aus der Residenz, und noch am gleichen Tage verlassen sie, Jobbeli in ihrer Mitte, die schöne Stadt. Peter aber tauscht mit keinem Fürsten um sein Frohgefühl und um die Freude, daß sogar der Großherzog ihn gleich gekannt und mit ihm wie seinesgleichen gesprochen hatte. Daß Peter anfangs etwas Scheu empfunden, hat er bereits glücklich wieder vergessen. Jetzt zieht er stolz an der Spitze der Deputation heimwärts durch den „Garten Badens“ hinauf zu den schwermütigen Schwarzwaldbergen.

Je näher es der Heimat zugeht und endlich die Murg wieder sichtbar wird, desto schneller wird Peter im Schritt; er brennt förmlich darauf, seine Führererlebnisse den Leuten zu erzählen, und sich namentlich mit dem Biber-Ätti auszusprechen. Am Eingang in das Seitenthälchen, das nach Herrischried führt, verabschiedet sich Peter von der Deputation, schickt selbe heim mit Grüßen ans Thrinerle und eilt nun, was er laufen kann, zu Bibers.

Biber-Ätti hockt beim „Ochsen“wirt und muß auf Peters Bitte sofort geholt werben, weshalb Michel geschwind hinüberspringt. Unterdessen setzt Muetti dem vielgewanderten Gast einen Krug alten Chriesiwassers vor und läßt sich fürs erste erzählen, daß die Reise von Erfolg begleitet war und die Deputation wirklich dem Großherzog gehuldigt habe. Peter sei also wirklich und leibhaftig hinfüro badisch. Die anderen werden wohl in die Hände des Amtmanns den Treueid leisten, bis auf die Unverbesserlichen, die Salpeterer bleiben werden. Doch da ist ja der Ätti! Schmunzelnd reicht der alte Biber dem Gast die Hand zum Willkomm, und nun läßt Peter seiner Zunge freien Lauf. Er erzählt umständlich haarklein seine Erlebnisse bis auf das Herzklopfen beim Erscheinen des Großherzogs, und prahlt nicht wenig, daß der Fürst seine Lebensgeschichte so genau gewußt und mit ihm so fein, schier brüderlich gethan habe.