Trocken wirft Biber-Ätti dazwischen die Bemerkung ein: „Isch kein
Wunder!“

Betroffen guckt Peter den Sprecher an und fragt, wie das gemeint sei.

Und nun setzt Märte dem aufhorchenden Peter auseinander, daß ein Landesherr, zumal in so schwerer, ereignisreicher Zeit, etwas mehr zu thun habe, als sich um einen Salpeterervertrauensmann im tiefsten Schwarzwald kümmern zu können. Daß Peter Gottstein badisch werden wolle, ist sicher sehr löblich und selbst für den Großherzog erfreulich, aber das Großherzogthum geht deswegen noch nicht aus dem Leim. Damit Peter aber entsprechenden Empfang finden sollte, und man bei Hofe auch wußte, um was es sich handle, habe Biber den Gang nach Säkkingen nicht gescheut und dem Amtmann alles haarklein erzählt. Darauf sei ein langer Bericht nach Karlsruhe abgegangen, und als die Antwort eintraf, daß die Deputation empfangen werden und die Huldigung stattfinden könne in der Residenz, da habe Biber den Peter wissen lassen: es sei Zeit! Und dementsprechend werde die Sache auch ihren Lauf in Karlsruhe genommen haben.

Peter weiß nach dieser Aufklärung nicht, soll er sich ärgern oder lachen. Doch ist eines sicher, Märte hat ihm die Geschichte wesentlich erleichtert, denn ohne den vorangegangenen Bericht hätte Peter wohl langmächtig mit dem Großherzog reden müssen, bis dieser alles begriffen hätte. Und die Hauptsache ist ja doch der Frieden mit der Regierung und die Freigabe des Jobbeli.

„Hasch en Buebe mit?“ fragt Biber und meint, als Peter freudig die Frage bejaht, man könne dann die Geschichte von dem damaligen Messerstich durch Abschaffung nach dem alten Brauch zum Austrag bringen. In diesem Augenblick aber schlägt bei Peter die alte Pfiffigkeit durch, und schlau, schlagfertig erwidert er, daß der alte Brauch wohl bei den Salpeterern zur Einungszeit Geltung gehabt, bei badischen Unterthanen, die frisch gehuldigt, jedoch nicht mehr in Anwendung gebracht werden dürfe.

Ätti lacht aus vollem Halse. Die Prozeßkunst und all' die Advokatenschliche habe sich Peter trotz des Huldigungseides doch glücklich in sein badisches Unterthanendasein hinübergerettet. Es soll übrigens die Geschichte nicht weiter aufgerührt werden; Jobbeli mußte feierlich auf Michels verspieltes Ohrläppchen verzichten und den Biberbueben für den Stich um Verzeihung bitten. Damit aber die Gottsteinsippe dennoch ihre verdiente Strafe erhalte, solle die Hochzeit zwischen Thrinele und Michel in Bälde stattfinden. „Wilsch, Peterle?“

„Jo, ich will's by Gott!“

Ein kräftiger Handschlag beschließt den Pakt.

* * * * *

Als Mann von Wort, ein edler Fürst, ließ Karl Friedrich den zu Freiburg und Breisach gefangen gesetzten Salpeterern die Freiheit wiedergeben[15] und schenkte allen jegliche Strafe.