Jetzt nickt das süße Mädel, zugleich hebt es die Händchen bittend empor:
„Nimmer dieses Wort?“
„Ja, Herzensmaidle: Wenn dir das Wort so zuwider ist, solltest doch ganz vom Gifthof wegziehen, dann hörst das Wort überhaupt nimmer!“
„Kaspar!“
„Klärle! Willst lieber Jörgenmichelesbäuerin heißen?“
„Ja, Kaspar!“ ruft überglücklich Klärle, und das schöne Paar hält sich überglücklich umschlungen.
Verwundert über diese plötzliche Gefühlsänderung der zwei sich bisher spinnefeind gewesenen jungen Leute, gucken die Leute mit offenen Mäulern. Dem alten Gifter ist die Pfeife aus dem Munde gefallen vor Überraschung. Dann aber schießt das helle Wasser ihm aus den Augen, in den Mundwinkeln zuckt's wie in den gichtigen Beinen und in einer Anwandlung von Übermut jauchzt der Alte und hebt die Beine, als wollt' er wie die Gebirgler schuhplatteln.
Im selben Augenblick taucht im Menschengewühl auch die Kräuterliese auf und strebt, mit zwei Lebzeltenherzen bewaffnet, der Gruppe der Glückseligen zu. Klärle jubelt beim Anblick der Alten, die dem Paare die Lebzeltenherzen mit feierlicher Würde überreichend schelmisch fragt, ob das Gegengift gründlich gewirkt habe.
„Und ob!“ rufen Kaspar und Klärle gleichzeitig und liebkosen die vor
Rührung weinende Kräuterliese.
Klärle erinnert sich auch jetzt in dieser glücklichen Stunde ihres
Gelöbnisses und kündet der Alten an, daß sie nach der Hochzeit im
Jörgenmicheleshof aufziehen könne.
Ein energisches „Halt!“ macht die Leute auseinanderfahren. Der Gifter stellt sich in Positur und verkündet daß er, weil gar nicht um Genehmigung gebeten, seine Einwilligung versage.