Finster blickt der Pelagier vor sich hin, seine Fäuste ballen sich, und dumpf spricht er: „Dann jagen wir sie fort!“
Auch auf des Abtes Antlitz legt sich tiefer Ernst, beklommen murmeln seine Lippen: „Mir ahnt noch Schlimmeres! Mir schwant das Ende unter Eberhard!“
Euseb bleibt plötzlich flehen und unwillkürlich verhält der Abt den
Gaul, zugleich besorgt um sich blickend.
„Was ist's, droht uns Gefahr?“
Euseb legt seine Rechte an den Sattel, schaut zum Abt empor, treuherzig, seelenvoll und spricht mit bewegter Stimme: „Herr! Haltet zu Württemberg!“
Unter dem kraftvollen Schenkeldruck und Sporenstoß sprengt der Gaul im Galopp hinweg, zur Seite geschleudert stürzt Euseb nieder und sein Kopf schlägt im Falle auf einen Stein auf, so daß das Blut sogleich aufspritzt.
Früh dämmert es; nebelverhüllt ist das schweigsame Gelände, finster steht der mächtige Tann. Abt Alphons jagt den schäumenden Gaul die Straße entlang; noch eine Anhöhe, dann geht's hinunter nach Alpirsbach. Ein seltsam rötlicher Schimmer liegt über dem Gelände; das kann nimmer ein verspätet Abendrot sein. Flammen sind es, rotglühende Feuersäulen, die zum Nachthimmel lodern und grausig das Münster und die stolze Abtei beleuchten. In Alpirsbach brennt es; schon wimmern die Glocken schaurig um Hilfe.
Der Abt drückt dem müden Gaul die zackigen Sporen aufs neue in die
Weichen und rast dem Kloster zu.
Dunkle Gestalten rennen hin und her und suchen zu bergen in den brennenden Häusern der Stiftshörigen; doch die trunkenen Soldaten wehren den Mönchen brüllend und jauchzend. Blökend rennt das Vieh um die lodernden Stätten, auf das die Musketiere Jagd machen und mit den Musketen schießen. Krachend stürzen die glimmenden Balken ein, Funkengarben stieben auf, ein Knistern und Prasseln, ein Johlen und Brüllen, Zetern und Schreien, und dazwischen Glockengewimmer.
Und die trunkenen Scharen drängen zappelnde Mönche ans Feuer, der
Pförtner wird gefaßt unter tierischem Gelächter, rohe Fäuste zerren die
Kutte auf, ein Wurf — das schwarze Mönchlein fällt mitten in die wabernde
Lohe — ein markdurchdringender Schrei — gierig schlagen die Flammen
drüber.