Ein Blick, ein Aufspringen und Entgegeneilen. „Durchlaucht geruhen selbst...!“

Güte, Herzlichkeit und warme Freude kündete das Antlitz der hohen Frau. Weichen Tones sprach die Fürstin: „Ja, selbst! Muß ja Abbitte leisten dafür, daß ich Ihnen Vorwürfe gemacht habe! Also: Verzeihung, liebe Martina! Will mich bessern! Und Sie, liebe Martina, sollen die erste sein, die einzige, der ich die Freudenbotschaft mitteile: Emil fügt sich doch! Er wird morgen nach Admont kommen! Das Schmerzlichste: Ungehorsam und Auflehnung bleibt mir also erspart! Gott sei Dank dafür! – Aber nun sagen Sie mir, liebe Martina, was meinen Sie: wie könnte ich dem Sohne zum Dank für seine Fügsamkeit eine besondere Freude machen?“

Martina machte aufmerksam, daß sie in keiner Weise informiert sei, nicht die hohe Ehre hätte, den Prinzen zu kennen; demnach außerstande, irgendwelche Meinung zu haben und zu äußern.

„Das Haller Jagdgut kann ich Emil nicht schenken, weil er sich – einstweilen – noch nicht besonders für die Jagd interessiert! Gekauft habe ich das Jagdgut ja nur für ihn!“

So ratlos Martina war, ein Gedanke blitzte auf. „Wie wäre es, wenn Durchlaucht dem Prinzen die – Oberleitung übertragen würden? Als Beweis der Dankbarkeit und zugleich des Vertrauens! Und der Prinz würde dadurch Beschäftigung haben, sich im Verkehr mit dem Oberförster mählich doch für Wild, Forst und Jagd interessieren!“

„Hm! Zwar glaube ich nicht recht daran, aber man kann es ja versuchen! – Und nun eine private Bitte, sprechen Sie mit Hartlieb, auf daß der Oberförster für einen schönen Empfang meines Sohnes sorgt, ja?“

Martina erglühte wie eine Pfingstrose.

Das jähe Erröten gewahrend, meinte die Fürstin: „Nanu! Was ist Ihnen denn? Doch nicht Fieber?“

„Verzeihung! Mir ist arg heiß geworden –, die Freudenbotschaft plötzlich, die wider Erwarten doch günstige Wendung nach dem vorausgegangenen Ärger...“

„Nu, nu! Hofdamen dürfen sich nicht ärgern! Nun bitte ich Sie, den Oberförster vertraulich zu verständigen! Und laden Sie ihn zum Lunch ein! Auf Wiedersehen, liebe Martina!“