„Warum nicht?“

„Weil es heißt, daß der junge Prinz wenig oder gar kein Interesse für das Weidwerk habe!“

Rasch warf Martina die Frage ein: „Woher wissen Sie denn das?“

„Vor einiger Zeit, vor Ankunft der Frau Fürstin, hatte Graf Thurn die Frage an mich gerichtet, ob die Jagdausübung in den herrlichen Haller Revieren einen jungen apathischen Mann aufrütteln, die Weidmannslust erwecken könne. Namen wurden nicht genannt! Ich werde mich wohl kaum irren, wenn ich in dem ‚apathischen jungen Manne‘ den Prinzen Emil vermute! Wenn die Weidmannslust in einem Menschen erst – geweckt werden soll, dann ist doch sicher ein Jagdinteresse nicht vorhanden!“

„Das ist allerdings richtig gefolgert! Wer weiß aber, ob sich nicht doch ein gewisses Interesse einstellt! Der Jagdleiter selbst kann da einen großen Einfluß ausüben, je nachdem er den jungen Herrn behandelt, ihm Weidmannsfreuden verschafft! Nach meiner Auffassung ist das Wichtigste, daß der Herr Oberförster in engsten Konnex mit dem Prinzen kommt, den jungen Herrn führt und leitet! Das Weitere ergibt sich von selbst! Und die Günstlingswirtschaft wird wohl bald ein Ende finden!“

„Das wäre freilich ein Segen!“

„Hoffen wir das Beste! Und einstweilen bleiben Sie, ja?“

„Versprechen kann ich nichts! Hat Graf Lichtenberg ein Jagdgut gekauft und wünscht er mich, so werde ich seinem Rufe Folge leisten müssen!“

Martina sann und murmelte: „Lichtenberg, Lichtenberg?“

„Zu dienen: Graf Udo von Lichtenberg!“