Auf Benis bartumwucherten Lippen erstarb das gutmütige Lächeln, die Miene wurde sehr ernst, da der kleine Bäuchlemann sich breit vor die am Fenster sitzende Gattin stellte und energischen Tones sprach: „Genug jetzt mit den Faxen! An der Agitation wird die Forstwartsfrau sich von dieser Stunde an nicht mehr beteiligen, verstanden! Als Haushaltsvorstand befehle ich das!“
Ein spöttischer Blick züngelte am Männle empor. Und jäh lachte Amanda. Der Kontrast zwischen der kleinen Gestalt des Vorstandes und der Befehlhabersmiene wirkte auf die Gattin komisch. Beleidigend klang dieses Lachen der Geringschätzung.
Beni richtete sich auf, hob den Kopf, teilte den Patriarchenbart in zwei Hälften, stampfte mit dem Fuße, um seinen Worten dröhnende Resonanz zu geben: „Ich befehle es!“
Nun schrie Amanda vor Lachen, warf die Schere weg und trommelte mit den geballten Händen auf ihre Knie.
Nie im Leben hatte Beni je die Hand gegen ein Weib erhoben, jetzt fühlte er sich stark versucht, die Beleidigung mit einem Fausthieb zu vergelten. Er hob wohl die Hand, aber er bezwang sich und ließ sie wieder sinken. In seinen Augen flammte Energie, etwas Stahlhartes, eine Unbeugsamkeit, die Amanda zwar nicht einschüchterte, aber doch veranlaßte, das beleidigende Gelächter zu unterdrücken.
„Der von der Herrschaft erlassene Befehl lautet dahin, daß jede Agitation im Haushalte der verheirateten Beamten und Diener eingestellt werden müsse! Weigern sich die Ehefrauen, beteiligen sie sich noch weiter an der Hetze, so werden die betreffenden Männer aus dem Dienste entlassen! Ich hoffe, daß meine Gattin soviel Vernunft besitzt, um den Ernst der Situation zu erfassen!“
Wieder verzog Amanda den Mund, und sie höhnte: „Lächerlich! Derlei Eingriffe in das Familienleben müssen mit aller Energie zurückgewiesen werden! Der junge Hansdampf soll es nur versuchen, ich werde ihm das Nötige schon sagen! Das Prinzerl soll erst etwas lernen und sich selbst bei der Nase nehmen! Nicht aber die Nase in Dinge stecken, von denen er nichts versteht! Wenn der Forstwart nicht den Mut hat, das dem Mutterbubi zu sagen, so besorg ich das!“
„Genug nun, Amanda! Die Situation ist durchaus nicht spaßhaft! Ich habe nicht Lust, mir Stellung und Existenz zu verscherzen oder durch meine Frau gefährden zu lassen! Ein für allemal laß es dir gesagt sein und zur Warnung dienen: ich respektiere den Befehl, ich verbiete dir jedwede Beteiligung an der Agitation! Fügst du dich meiner Anordnung nicht, so wirst du die Folgen zu fühlen bekommen!“
Amanda stand auf und fragte ironisch: „Darf ich wissen, welcherart die Folgen sein werden?“