„Die Trennung!“ erwiderte Beni kurz, sehr ernst und inhaltsschwer. Und nun schickte er sich an, die Wohnstube zu verlassen.

Die Drohung verfehlte eine gewisse Wirkung nicht, nur wollte Amanda das letzte Wort haben. Deshalb rupfte sie dem Gatten vor, daß es nicht eben schön sei, wenn ein Ehemann die Stellung höher bewerte als das angetraute Eheweib. Das Anklammern an die Berufsstellung im Dienst sei geradezu lächerlich, ein tüchtiger Forstwart werde überall leicht ein gleiches, wenn nicht besseres Unterkommen finden.

Beni blieb an der Türe stehen und sprach in seiner alten Herzensgüte: „Möglich schon, aber nicht leicht, weil es zuviel Bewerber gibt! Du vergissest aber eins: das Halltal ist meine Heimat! Mit jeder Faser des Herzens hängt der Steierer an seiner engeren Heimat, in ihr zu dienen und zu wirken ist höchste Seligkeit auf Erden! Ich liebe meine Heimat über alles! Die Heimatsliebe läßt manches weniger Erfreuliche hinnehmen und ertragen! Verstehst du das, Amanda?“

„Ja, Beni! Aber ich kann mich nicht dreinfinden, daß sich die Herrschaft in Familienangelegenheiten mischen darf!“

„Mit gutem Willen geht es schon! Darfst dir nur vor Augen halten, daß die Absicht eine gute ist! Die Herrschaft will Ruhe und Frieden haben, sie hat kein anderes Mittel, um Frieden zu stiften in den Familien ihrer verheirateten Beamten und Diener. Sei gescheit, Amanda! Ich glaube ja auch nicht, daß man zum Äußersten greifen, mich entlassen würde; aber als vernünftiger Mensch will ich es nicht zum Äußersten kommen lassen, nicht unsere Existenz gefährden, weil ich ja doch verheiratet bin und für mein Weib zu sorgen habe! Ich füge mich aus Liebe zu dir und zur Heimat! Also finde auch du dich drein!“

„Na ja, meinetwegen!“

„Brav gesprochen, Weiberl! Und anjetzo gelobe ich, daß ich die bewußte Summe freiwillig aufrunden werde! Damit ist das Ziel deiner Bestrebungen erreicht, die Bezahlung der Hausfrauenarbeit! Und noch etwas, wonach auch du dich zu richten hast: die Herrschaft befiehlt, daß bei weiterer Verhetzung seitens der Krämerin von Hall ihr Geschäft boykottiert werden muß!“

„Wieso?“

„Wenn die Krämerin nicht Ruhe gibt und die Agitation einstellt, wird die Herrschaft von ihr nichts mehr beziehen! Und die Beamten und Diener dürfen bei der Krämerin nicht mehr einkaufen!“

„Eine noblichte Herrschaft, die einem Landkrämer das bisserl Existenz ruiniert!“