„Gutgemeinte Drohung, die hoffentlich wirken wird! Sei gescheit, Weiberl!“
„Nein, diesem Zwang füge ich mich nicht! Wir wohnen so entlegen, daß ich nicht jeden Tag zum Einkaufen nach Admont laufen kann; ist Hall schon weit genug entfernt!“
„Wart es ab, Weiberl! Merkt die Krämerin, daß ihr geschäftlicher Schaden droht, wird sie schleunigst umsatteln, es auf den Boykott gar nicht ankommen lassen! Sie wird sich fügen!“
Interessiert fragte Amanda, wer denn der Krämerin die Drohung zu übermitteln habe.
„Leider bin ich damit beauftragt! Ich hab aber noch keine Zeit gehabt, zur Krämerin zu gehen!“
„Weißt was, Beni, diese Mission übernehme ich! Es interessiert mich zu beobachten, was für ein Gesicht die Krämerin bei der Boykottankündigung macht!“
„Merkwürdig! Erst bist du hantig und oppositionslustig, und jetzt willst du sozusagen im Auftrag der Herrschaft handeln und gegen die Krämerin, deine intimste Freundin, vorgehen! Das begreif ich nicht recht!“
„Die Mannerleut verstehen gar oft nichts von der weiblichen Psyche! Mein Gedankengang ist doch leicht zu begreifen: Weil ich zum Nachgeben genötigt bin, macht es mir ein besonderes Vergnügen, gewährt es einen aparten Nervenreiz, zu sehen, wie die Drohung und der Zwang auf die Freundin wirkt, wie sich die Krämerin winden und krümmen, seelisch leiden wird! Der Kampf der Stolzen gegen den Geschäftssinn und die Profitgier wird sehr interessant sein! Und wo was Nervenspannendes los ist, da bin ich für mein Leben gern dabei! Aus diesen Gründen übernehme ich die Mission! Und der Krämerin werd ich zusetzen, daß ihr die Augen tropfen!“
„Ja ja, die Weiber! Na, die Hauptsach ist, daß wir zwei einig sind, und daß du dich nun den Anordnungen fügst! Das freut mich!“