„Spotten Sie nur zu! Die Hauptsache ist der Gehorsam! Bitte, teuerste Komtesse, nehmen Sie Quartier bei uns! Es wäre nett, entzückend, himmlisch, wenn wir ein Dach über uns hätten!“
Wieder erglühte Isotta. Und sie wehrte ab: „Aber, Prinz! Was wird die Fürstin denken?“
„Mama wird sicher auch finden, daß die Komtesse Thurn ein entzückendes Frauenzimmerl ist!“
„Nun ist’s aber genug der Schmeichelei! Ein Mischmasch-Komtessel bin ich, halb deutsch, halb welsch!“
„Oh, ich bin sehr für den Mischmasch! Besonders, wenn das Mischmasch-Komtessel so himmlisch nett und lieb ist! – Holla! Dort wimmelt Mama spazoren, und zwar ausnahmsweise allein! Der Fall ist günstig! He, Kutscher, halten!“
Isotta wehrte sich vergeblich. Sie mußte raus und mit Emil der Fürstin entgegengehen, die nicht wenig staunte, den Sohn mit einer eleganten jungen Dame anmarschieren zu sehen.
Auf Distanz von zwölf Schritt rief Emil lebhaft: „Mama, Mama! Denk dir, ich habe Komtesse Thurn unterwegs aufgegabelt! Sie wollte den Papa überraschen, das ist ihr aber mißglückt, denn Graf Thurn ist abwesend!“
Durch diesen Zuruf schwand das Befremden sofort; jetzt angenehm berührt, kam Fürstin Sophie mit raschen Schritten heran, und freudig begrüßte sie die Tochter des alten Hausmarschalls. Mama genehmigte auch alle Vorschläge Emils wegen des Quartiers im Jagdschlößl, vorbehaltlich der Zustimmung Thurns.
Emil strahlte vor Freude. Und übermütig erzählte er, daß Komtesse sich weigerte, daß er aber befohlen habe, Quartier im Schlößl zu nehmen.
Mit feiner Ironie sprach die Mama: „Der Prinz Schwarzenstein kann gegebenenfalls dem Hausmarschall Befehle erteilen, niemals aber dessen Tochter. Ich bitte Komtesse, bei uns zu bleiben als lieber Gast! Und nun wollen wir heimkehren!“