Ambros hielt alles für einen Scherz des neuen Gebieters. Aber es war ernst gemeint, eine Hochzeitsüberraschung, allerdings sehr drolliger Art, denn nun hieß es in aller Eile packen, um den Termin zum Diner einzuhalten. „Gottlob hab ich nicht viel im Eigentum!“ meinte lachend Hartlieb, als er seine Habseligkeiten in die paar Kisten stopfte. Die Kanzlei hatt je im Forsthause zu verbleiben. Kurz vor zwölf Uhr fuhren Hartliebs an dem Schlößl vor, empfangen von Exzellenz, die sich vor Lachen krümmte über das Gelingen der aparten Überraschung. Galant half Graf Lichtenberg der jungen Frau aus dem Schlitten. Und Martinas Arm nehmend, geleitete er die Braut in die Wohnräume Hartliebs im Parterre. Beim Anblick des neuen behaglichen Mobiliars, alles niegelnagelneu und ebenso komfortabel wie praktisch, schrie Martina vor Wonne.

Und Hartlieb in seiner Überraschung stotterte: „Aber, Exzellenz! Soviel Gnade verdiene ich ja nicht!“

„Still! Was Sie verdienen oder nicht, das zu beurteilen ist meine Sache! Während wir hochzeitlich speisen, bringen die Treibervölker die sieben Zwetschgen des verflossenen Junggesellen! Später kann sich das Brautpaar mit Auspacken und Einräumen die Zeit vertreiben; das zu viele Balzen taugt nix! Frau Hartlieb kann sich überzeugen, daß alles da ist: Wäsche aller Art in den Kästen, Geschirr in der Küche, auch die Betten sind nicht vergessen worden, zwei Betten natürlich! Gehen wir essen!“

„Einen Augenblick, Exzellenz!“ rief glückstrahlend Martina, trippelte in die neue Wohnung und öffnete die Türe des Wäscheschrankes und jubelte, als sie die reiche Ausstattung sah.

Vergnügt zwirbelte Graf Lichtenberg den grauen Bart. Und nun flatterte Martina auf ihn zu und rief lachend und vor Freude weinend zugleich: „Dank, tausend Dank von ganzem Herzen! Ich muß Exzellenz ein Dankesbusserl geben, ich kann nicht anders! Der Ambros erlaubt es schon!“ Und schwupp hing Martina am Halse des Jagdherrn und küßte ihn.

„Danke! Ist nicht ohne, so ’ne Balz! Fühle mich reich belohnt für die kleine Überraschung! Nun aber – Pünktlichkeit! Marsch fort, hinauf zu Tisch!“

Hartlieb wollte danken.

„Still! Hinauf! Immer Pünktlichkeit, auch beim Essen!“

Als die Sonne schied, fuhr Graf Lichtenberg nach Admont. Sehr vergnügt darüber, sein Teil beigetragen zu haben, zwei Menschen sehr überrascht und glückselig gemacht zu haben.

Das Hoffräulein verwandelte sich in eine richtige Jägersfrau und liebte den tüchtigen Gatten und hing mit ganzer Seele an der herrlichen Bergwelt von Admont.