Kühl bis ans Herz hinan, legte Pater Wilfrid ein Stück Poularde auf seinen Teller.
„Sie sind doch jedenfalls hochbeglückt von dieser Ernennung, wie?“
„Untertänigst aufzuwarten: nicht ganz hochbeglückt, Durchlaucht! Hatte die Ernennung mindestens zum Hofburgpfarrer erhofft! Ohne Gehalt eines solchen natürlich! Weil ich nämlich ‚Hofkaplan‘ längst bin!“ Dazu schmunzelte der Schalk und verdrehte die Augen wie der balzende Urhahn.
„So ein Schwerenöter! Ich habe keine Burg, kann Sie also höchstens zum ‚Hofpfarrer‘ ernennen, für die Dauer des Haller Aufenthaltes!“
„Untertänigsten Dank!“ Pater Wilfrid ließ den Blick über die Tischgeräte in seiner Nähe suchend gleiten.
„Was suchen denn Hochwürden?“ fragte neugierig und belustigt die Fürstin.
„Senf, Durchlaucht!“
„Was? Senf zum Geflügel?“
„Zu dienen! Mit Rücksicht auf den Einfluß der Nahrungsmittel auf den Charakter...“