„Wieso denn?“
„Alle Bewohner der schwarzen Berge sind der Melancholie verfallen!“
Sophie kicherte: „Gräßlich! Was bevorzugen denn die Admonter Stiftsherren?“
„Wir legen Wert auf Grazie und Geist, daher trinken wir Milch und essen hauptsächlich Eier!“ Wilfrid blinzelte und senkte mit köstlich markierter Demut das Haupt.
Die hohe Frau kämpfte mit einem Lachkrampf. Und Fräulein von Gussitsch stopfte den Serviettenzipfel in ihr Mündchen. Hartlieb blickte Wilfrid vorwurfsvoll an, dann aber betroffen den Kammerdiener, der ihm den Teller wegnahm, obwohl der Oberförster vom Geflügel noch keinen Bissen gegessen hatte.
Endlich hatte die Fürstin den Lachkitzel überwunden. Sie wandte sich zu Hartlieb und fragte nach dem letzten Abschuß unter Graf Lichtenberg.
Sachlich und trocken gab der Oberförster Aufschluß: zwanzig gute Hirsche, dreißig Gamsböcke, vier Geltgeißen.
„Wie ist der Stand an Rehwild?“
„Zur Zeit haben wir etwa hundert Böcke und Geißen! Vom Auerwild sicher vierzig Hahnen! Hasen nur wenig!“
„Hegen, Herr Oberförster! Ich will viel Hasen haben! Überhaupt viel Wild! Es soll wimmeln in meinen Revieren!“