Die Herren kehrten in die alte Hütte zurück, indes Eichkitz das Zuhäusel sorgfältig versperrte.

Säuerlich lächelnd meinte Gnugesser: „Mit Verlaub, Herr Oberförster! Ich hab g’meint, wir bleiben über Nacht in der Pyrgas-Hütte...! Wo es doch regnet!“

„Das wäre sinnlose Zeitvergeudung! Wir gehen noch am Abend über Schottenboden und Assangeralp zur Million-Hütte, wo wir den Hausmarschall treffen werden. Der Regen kann uns nicht abhalten! Und Ihnen kann fleißige Bewegung nur nützlich sein; je eher Sie tannenschlank werden, desto besser für Sie! Ich fürchte sehr, daß die neue Gebieterin wegen Ihres Bäuchleins Schlüsse auf – Bequemlichkeit und üppiges Leben ziehen wird!“

„Ach, du lieber Himmel! Bei dem mageren Gehalt und strengen Dienst ein – üppiges Leben! Und wo meine Frau zudem keine – Kochkünstlerin ist!“

Ein sarkastisches Lächeln huschte über Hartliebs Gesicht, und ein ironischer Blick streifte Gnugessers Wanst.

Rucksäcke und Gewehre wurden umgehangen. Auch Eichkitz hatte sich marschfertig gemacht; er löschte das Herdfeuer und schloß die Hütte ab, nachdem die Herren ins Freie getreten waren.

Kalt pfiff der Wind, trostlos in Fäden träufelte der Regen hernieder. Unter den schweren Bergschuhen knirschten die Hagelkörner auf dem Alpboden.

Der vorausstapfende Jäger Eichkitz nahm die Richtung zur nebelerfüllten Felswildnis der Steinschütt, elastisch schreitend, doch arg verdrossen.

Hartlieb erkannte sofort, daß bei dem schlechten Wetter auf einen „guten Anblick“ nicht zu rechnen, der Marsch in die Schütt ganz zwecklos war. Deshalb schickte er den Jäger zurück und wanderte mit dem Forstwart auf steinigen, teils mit Schloßen bedeckten, teils vermurten oder ausgewaschenen Pfaden durch Regen, Wind und Nebel den Weg zurück zur Plechauer-Alp und dann hinüber zum Schottenboden. Das Ziel war die sogenannte Million-Hütte im Bereiche des Stadlgrabens, wo die besten Hirsche stehen.