„Allerdings! Die Soldatenpflicht über alles. Wie aber wollen Sie es anfangen, jetzt nach Deutschland zu kommen? Es dürfte eine verteufelt schwierige Aufgabe sein.“

„Ich muß es dennoch versuchen. Unter keinen Umständen darf ich hier müßig verharren.“

„Nun, so lassen Sie uns überlegen. Das Nächstliegende wäre ja, daß Sie von Bombay oder einer anderen Hafenstadt, wie Kalkutta, Madras oder Carachi aus zur See nach Europa zurückkehrten. Carachi liegt uns am nächsten. Man hat ihm ja den Namen des Eingangstores von Zentralasien gegeben. Und von Lahore, Quetta oder Mooltan aus ist Carachi mit der Eisenbahn am schnellsten zu erreichen. Aber eine Dampferverbindung zwischen Carachi und Europa besteht nur auf dem Wege über Bombay. Es gibt von dort aus keine andere direkte Schiffslinie als die nach dem Persischen Golf. Sie müßten also auf einen der englischen Dampfer der Peninsular- und Oriental-Linie gehen, die zweimal wöchentlich fahren. Denn die französischen Messageries Maritimes, die sonst zwischen Carachi und Marseille verkehrten, werden selbstverständlich ihre Fahrten längst eingestellt haben. Sie könnten also ebensogut mit der Eisenbahn bis Bombay fahren. Ueber Kalkutta oder Madras wäre es ein gewaltiger Umweg!“

„Und ich sollte einzig auf die Benutzung der englischen Dampferlinie angewiesen sein?“

„Daß die Schiffe des Norddeutschen Lloyd oder des Oesterreichischen Lloyd noch verkehren sollten, halte ich für gänzlich ausgeschlossen.“

„Dann werde ich den Gedanken an diesen Reiseweg überhaupt aufgeben müssen. Wenn ich mich nicht geradezu gefälschter Legitimationspapiere bedienen will, die überdies kaum zu erlangen sein dürften, wird mich kein englischer Dampfer als Passagier aufnehmen.“

„Das ist allerdings sehr wahrscheinlich,“ stimmte der Fürst nach einigem Nachdenken zu. „Und dann — wie sollten Sie nach Bombay gelangen? Die Engländer zerstören auf ihrem Rückzuge ja alle Eisenbahnen.“

„Nun, was das betrifft — ich könnte ja zu Pferde reisen.“

„Mitten durch die englische Armee hindurch? Und auf die Gefahr hin, als Spion aufgegriffen zu werden? Wissen Sie nicht, daß die Besiegten mit dem Füsilieren vermeintlicher Spione gewöhnlich noch schneller bei der Hand sind als die Sieger?“

Heideck mußte lächeln.