Der Materialwarenhändler war leichenfahl geworden. Flehend erhob er die Hände.

„Gnade, Herr Major, Gnade! So wahr ich lebe — ich bin unschuldig.“

Heideck tat, als hätte er diese Versicherung gar nicht gehört.

„Uebrigens muß ich euch doch sagen, meine Herren, daß ihr verwünscht schlechte Geschäftsleute seid. Für jämmerliche dreißig Pfund riskiert ihr euer Leben? Das war eine unverantwortliche Dummheit. Und wenn ihr schon einmal auf solche Art Geld verdienen wolltet, hättet ihr wahrhaftig lieber für uns arbeiten sollen. Wir würden einem Mann, der uns über die englische Flotte und die englische Armee wirklich zuverlässige Auskünfte von dieser Art verschafft hätte, ohne Handeln und Feilschen das fünffache gezahlt haben.“

In den Mienen der beiden Männer schien es bei diesen in beinahe jovialem Ton gesprochenen Worten wie ein Hoffnungsschimmer aufzuleuchten. Aber als der Materialwarenhändler eben die Lippen zu einer Erwiderung öffnen wollte, winkte ihm Heideck, zu schweigen.

„Gehen Sie mal gefälligst für ein Weilchen an Deck, Pénurot,“ sagte er. „Ich werde Sie rufen, sobald ich die Unterhaltung mit Ihnen fortzusetzen wünsche. Sie aber, Brandelaar, werden mir vorerst noch Gesellschaft leisten. Ich möchte ein paar Worte unter vier Augen mit Ihnen reden.“

Der Mann mit dem modischen Spitzbärtchen gehorchte. Und Heideck wandte sich an den zurückgebliebenen Holländer:

„Dieser Pénurot ist an allem schuld, nicht wahr? Als Schiffer haben Sie sich ja wahrscheinlich Ihr Leben lang nicht viel um Politik gekümmert. Und Sie hatten wohl kaum einen rechten Begriff von der Gefahr, in die Sie sich begaben. Wenn das Kriegsgericht Sie verurteilt, haben Sie sich einzig bei Ihrem Freunde Pénurot dafür zu bedanken.“

„Wahrhaftig, Herr, es ist, wie Sie sagen,“ erwiderte der Schiffer mit gut gespielter Treuherzigkeit. „Ich habe meine Ladung, die ich für die Firma van Spranekhuizen verkaufen soll, und ich kümmere mich den Teufel um Krieg oder Spionage. Ich bitte den Herrn Major, ein gutes Wort für mich einzulegen. Ich hatte keine Ahnung von dem, was in den Broten enthalten war.“

„Dieser Pénurot hat Sie also ohne Ihr Vorwissen in die Geschichte hineingezogen. Wollte er denn mit Ihnen nach Antwerpen fahren?“