„Bevor ich nach Antwerpen gehe, wohin mich Herr Pénurot morgen begleiten soll, möchte ich dem Reichskanzler Bericht erstatten. Darf ich bitten, mir morgen früh ein Boot zur Verfügung zu stellen, mit dem ich nach Vlissingen fahren kann?“
„Gewiß, Sie können jedes Boot erhalten, das Sie zu haben wünschen.“
„Dann bitte ich um die Dampfpinasse.“
„Ist es Ihnen vielleicht bekannt, ob der Kanzler noch lange in Vlissingen bleiben wird?“
„Das entzieht sich meiner Kenntnis. Antwerpen wäre freilich in mancher Hinsicht ein besserer Plan; aber er ist nach Vlissingen gegangen, um zu demonstrieren.“
„Um zu demonstrieren?“ wiederholte der Kommandant verwundert.
„Die Engländer erfahren natürlich, daß er sich dort befindet, und seine Anwesenheit in Vlissingen muß sie in dem Glauben bestärken, daß unsere Hauptaktion hier von der Mündung der Schelde aus erfolgen wird.“
„Ist es nicht bewunderungswürdig, daß unser Kanzler im Mittelpunkt aller Operationen steht, obwohl er weder General noch Admiral ist?“
„Wir haben ähnliches doch schon bei Bismarck gesehen. Wenn wir die Geschichte der Kriege von 1864, 66 und 1870/71 verfolgen, so stehen wir unter dem Eindruck, daß Bismarck gleichsam die Seele aller Operationen war, obwohl er seinen militärischen Titel nur als Dekoration trug.“
„Das ist richtig, aber die Verhältnisse lagen doch wesentlich anders. Bismarck war ein geschulter Beamter, Diplomat, Botschafter, ehe er Kanzler wurde. Er hatte selbst den Heerführern gegenüber eine gewaltige Autorität für sich. Unser neuer Reichskanzler entstammt doch aber einer ganz anderen Sphäre.“