Trotz der frühen Stunde wurde Heideck sofort in das Arbeitskabinett des Prinzen geführt.
„Königliche Hoheit,“ sagte Heideck, „ich bringe eine Meldung von größter Wichtigkeit. Diese Ordre der englischen Admiralität ist in meine Hände gefallen.“
Der Prinz wies ihm einen Platz neben seinem Schreibtisch an.
„Lesen Sie mir bitte die Ordre vor, Herr Major!“
Heideck verlas das bedeutungsvolle Schriftstück:
‚Den Lords der Admiralität erscheint es wünschenswert, die deutsche Flotte als die schwächere zuerst anzugreifen. Dieser Angriff auf die deutsche Flotte muß ausgeführt werden, bevor die russische im stande ist, ihr im Hafen von Kiel zu Hilfe zu kommen. Daher ist am 15. Juli ein gleichzeitiger Angriff auf die beiden Stellungen der deutschen Flotte zu richten.‘
„Am 15. Juli?“ wiederholte der Prinz, der sich in großer Erregung erhoben hatte. „Und heute haben wir den elften! Wie sind Sie in den Besitz dieser Ordre gekommen, Herr Major? Welche Beweise haben Sie für die Echtheit dieses Schriftstückes?“
„Ich habe die triftigsten Gründe, Königliche Hoheit, es für echt zu halten. Königliche Hoheit wollen sich überzeugen, daß diese Ordre auf dem blauen Stempelpapier der englischen Admiralität geschrieben ist.“
„Sehr wohl, Herr Major! — Aber das würde eine Fälschung doch nicht ausschließen. Wie kamen Sie in den Besitz des Papiers?“
„Königliche Hoheit wollen mir gnädigst eine Erklärung darüber erlassen.“