„Königliche Hoheit haben bereits meine untertänigste Meldung darüber erhalten, daß ich den Schiffer Brandelaar, den ich als englischen Spion verhaftet hatte, bewogen habe, fortan in unserem Interesse tätig zu sein. Brandelaars Boot hat diese Ordre gebracht.“

„Wo ist dieser Mann?“

„Sein Boot liegt im Hafen von Vlissingen.“

„Und auf welche Weise will Brandelaar in den Besitz dieses Schriftstückes gelangt sein?“

„Nicht Brandelaar selbst hat mir die Ordre übergeben, sondern eine Dame, eine Engländerin, die mit ihm von Dover herübergekommen ist. Meine Ehre legt mir Schweigen auf. Ich darf den Namen dieser Dame nicht nennen, aber ich hege die feste Ueberzeugung und glaube, mich dafür verbürgen zu können, daß das Schriftstück im Bureau des Admirals Hollway wortgetreu nach dem Original kopiert worden ist.“

„Man wird wohl bald Mittel und Wege finden, sich darüber zu vergewissern, ob die britische Flotte Vorbereitungen zur Ausführung dieser Ordre trifft. Jedenfalls wäre dann endlich der Zeitpunkt zu energischem Handeln gekommen. Seine Majestät hat ein ähnliches Vorgehen der britischen Flotte vorausgesehen, und wir haben nunmehr den Plan des allerhöchsten Kriegsherrn auszuführen. — Ich danke Ihnen, Herr Major!“

Heideck verneigte sich und wandte sich zum Gehen. Er fühlte, daß es mit seinen Kräften beinahe zu Ende sei, und bewahrte nur noch mit Mühe seine straffe, militärische Haltung.

Als er schon auf der Schwelle stand, kehrte der Prinz sich ihm noch einmal zu:

„Ich glaube Ihnen eine Ehre damit zu erweisen, Herr Major, wenn ich Ihnen Gelegenheit gebe, dem großen Ehrentage unserer jungen Flotte in meiner unmittelbaren Umgebung als Augenzeuge beizuwohnen. Melden Sie sich am Morgen des 15. Juli bei mir an Bord meines Flaggschiffes. Für die Besetzung Ihres jetzigen Postens werde ich Sorge tragen.“