Eine gute Weile ließ ihn der Minister warten. Dann kehrte er zurück und forderte ihn durch ein stummes Zeichen auf, ihn zum Fürsten zu begleiten.
Das Gemach, in welchem der Maharadjah sie empfing, war in seiner Ausstattung ein sonderbares, für die Augen eines Europäers nicht gerade anmutiges Gemisch von orientalischem Luxus und englischem Modegeschmack. Zwischen herrlichen Teppichen und kostbaren Waffen, mit denen die Wände geschmückt waren, hingen grellbunte Gemälde von wahrhaft barbarischem Geschmack, wie man sie in Deutschland kaum im Hause eines mäßig begüterten Bürgers angetroffen haben würde. Und ähnliche Widersprüche zeigten sich mehrfach. Am auffallendsten vielleicht traten sie in der Erscheinung des Fürsten selbst zu Tage. Denn dieser hochgewachsene Mann mit dem weichen schwarzen Vollbart und den brennenden Augen, der in seiner malerischen Landestracht ohne Zweifel schön und imponierend ausgesehen hätte, machte in dem grauen englischen Anzug und dem roten Turban auf dem Kopfe einen unharmonischen Eindruck.
Er saß in einem mit rotem Juchtenleder überzogenen englischen Klubsessel und neigte auf Heidecks tiefe Verbeugung zu leichtem Gegengruße den Kopf.
Es entging dem deutschen Offizier nicht, daß der Maharadjah äußerst verdrießlich aussah. Und er vermutete, daß es der für den Indigo gebotene niedrige Preis sei, der ihn verstimmt hätte.
Aber schon die ersten Worte des Fürsten belehrten ihn eines anderen.
„Wie ich höre,“ sagte er in ziemlich mangelhaftem Englisch, „sind Sie zwar Europäer, aber nicht Engländer. Darum hoffe ich, von Ihnen die Wahrheit zu hören. Ich bin gern bereit, Sie für Ihre Auskunft zu belohnen.“
„Ich pflege auch ohne Belohnung die Wahrheit zu sagen, Hoheit!“
Der Maharadjah maß ihn mit einem mißtrauischen Blick.