Der Weg, den er zurückzulegen hatte, war nicht weit. Man führte ihn zu einem nahegelegenen Hause, über dessen Portal die Worte ‚School of arts‘ in Stein gehauen zu lesen waren. In einer Vorhalle mußte er kurze Zeit warten; dann öffnete sich vor ihm die Tür eines im Erdgeschoß gelegenen, mit Skulpturen geschmückten Zimmers, in welchem eine Anzahl von Offizieren an einem langen Tische saß. Heideck war sich sofort darüber klar, daß er vor ein Kriegsgericht gestellt wurde. Ein paar sehr niedergeschlagen aussehende Männer wurden eben hinausgeführt. Der Offizier, der den Vorsitz führte, blätterte in den vor ihm liegenden Papieren und wechselte dann, nachdem er einen scharfen Blick auf Heideck geworfen, einige Worte mit seinen Kameraden.
„Wer sind Sie?“ fragte er in einem schwer verständlichen Englisch von sehr russischer Klangfärbung.
Heideck, der sich ebenfalls der englischen Sprache bediente, gab kurz und klar Auskunft und legte dem Obersten seinen Paß vor, den er als augenblicklich wertvollstes Besitztum stets in der Brusttasche trug.
Sobald er ihn gelesen, sagte der Vorsitzende in tadellosem Deutsch:
„Sie sind also kein Engländer, sondern ein Deutscher? Was haben Sie hier in Indien zu tun?“
„Ich bereise das Land in Geschäften für das Haus Heideck in Hamburg.“
„In Geschäften? So? Und gehört es auch zu Ihrem Geschäft, gegen Rußland zu kämpfen?“
„Nein! Ich habe das auch nicht getan.“
„Sie leugnen also, gestern an der Schlacht teilgenommen zu haben?“