Jetzt zum ersten Mal sah der Hauptmann in Edith Irwins Zügen etwas wie einen Ausdruck der Angst.

„Was bedeutet das?“ wandte sie sich hastig an den Russen. „Dieser Herr ist kein Engländer.“

Der Russe verstand die englische Frage nicht. Aber als Heideck ihn auf russisch fragte, was man mit ihm vorhabe, erwiderte er achselzuckend:

„Ich weiß es nicht. Kommen Sie mit!“

„Man wird Aufklärung über meine Person haben wollen,“ sagte Heideck gelassen, um die junge Frau zu beruhigen. „Ich hoffe, daß man mich auf Grund meiner Legitimation freiläßt.“

„Gewiß, man muß Sie freilassen!“ rief sie fast leidenschaftlich aus. „Es wäre ja gegen alles Völkerrecht, wenn man Ihnen ein Leid zufügte. Aber wie soll ich die Ungewißheit über Ihr Schicksal ertragen!“

„Ich werde unverzüglich hierher zurückkehren, sobald mir die Möglichkeit dazu gegeben ist.“

„Ja, ja, ich beschwöre Sie, mich nicht eine Sekunde länger warten zu lassen, als es durch die Situation geboten ist. Ich bin ja noch nicht einmal dazu gekommen, Ihnen zu danken.“

Der russische Offizier gab so deutliche Zeichen von Ungeduld, daß Heideck nicht länger zögerte, ihm zu folgen.