Die letzten Worte waren an die Beisitzer gerichtet, und mit stummer Verbeugung gaben sie ihre Zustimmung zu erkennen.

„Da Sie als Angehöriger einer nicht im Kriege mit uns befindlichen Nation in den Reihen unserer Feinde gekämpft haben, muß das Kriegsgericht Sie zum Tode verurteilen. Das Urteil wird sofort vollstreckt werden. Haben Sie noch etwas zu sagen?“

Heideck war wie betäubt. Es war ihm, als zöge sich plötzlich ein schwarzer Schleier über die Welt. Und ein schneidendes Weh zerriß sein Herz bei der Vorstellung, daß er Edith nie mehr wiedersehen, daß sie bis in alle Ewigkeit vergebens auf ihn warten würde.

Dann aber erwachte sein Stolz. Niemand sollte ihn schwach und zaghaft sehen.

„Es gibt keine Möglichkeit der Berufung gegen das Urteil dieses Kriegsgerichts?“ fragte er, dem Obersten fest in die Augen sehend.

„Nein!“

„Dann muß ich mich ja dem Spruch unterwerfen; aber ich protestiere gegen die Art des Verfahrens wie gegen das Urteil.“

Sein Protest machte offenbar nicht den geringsten Eindruck.

„Haben Sie den Exekutionsbefehl ausgefertigt?“ wandte sich der Oberst an den Protokollführer. Dann setzte er seinen Namen unter das Schriftstück und händigte es einem der bereitstehenden Kosaken ein.

„Der Verurteilte ist abzuführen.“