»So fragen Sie die Gesandten,« antwortete er, »ob Tschetschwajo nicht die Forderungen des Generalgouverneurs kennt: Verminderung seiner Armee, Zurückziehung der Garnisonen an der Grenze, Aufnahme eines britischen Residenten in Ulundi und Abtretung der Bai von Santa Lucia?«

Pieter Maritz teilte die Gegenfrage des Obersten in der Zulusprache dem Prinzen Sirajo mit. Dessen Augen blitzten zornig.

»Der König hat auf diese Forderungen nicht geantwortet,« sagte er, »weil sie seiner königlichen Würde nicht angemessen sind.«

»Nun denn,« versetzte Oberst Wood, als Pieter Maritz dies übersetzt hatte, »die Bedingungen des Generalgouverneurs sind klar und deutlich. Wenn Tschetschwajo darauf nicht eingehen will, so werden die englischen Truppen den Krieg eröffnen. Das mögen die Gesandten zu Hause bestellen.«

Pieter Maritz übersetzte diese Worte, und die Zulus standen mit stolzer Gebärde von ihren Sitzen auf.

»So sei es denn Krieg!« rief Sirajo mit drohender Miene. Er wandte sich um und schritt mit Molihabantschi hinaus. Die englischen Offiziere aber sprachen miteinander und schienen durch das Auftreten und die Drohung der Zulus mehr belustigt als erschreckt zu sein. Pieter Maritz hörte ihrem Gespräch mit dem Gedanken zu, daß sie sich von der Kriegsmacht Tschetschwajos keine deutliche Vorstellung machten. Da sich niemand um ihn bekümmerte und auch der Zuludolmetscher in europäischer Tracht, offenbar ein Einwohner von Natal, sich entfernt hatte, wollte auch er fortgehen, als ihn Oberst Wood anrief.

»Nun, mein junger Freund,« sagte er, »setzen Sie sich einmal hierher an den Tisch und erzählen Sie uns genau, was Sie von den Zulus wissen. Wieviel Truppen hat denn Tschetschwajo? Wo stehen seine Banden? Wie sind sie bewaffnet? Welche Fechtweise haben sie? Erzählen Sie uns das alles recht deutlich und ausführlich.«

»Entschuldigen Sie mich, Mynheer,« antwortete Pieter Maritz. »Ich darf Ihnen das nicht erzählen. Ich weiß es zwar ganz genau, aber ich habe es als Gast des Königs erfahren, und es wäre Verräterei, wenn ich es sagen wollte.«

»Was?« rief der Oberst. »Was ist das für eine Antwort? Hier werden keine Scherze getrieben. Wir sind im Kriege.«

»Eben deshalb,« sagte Pieter Maritz. »Ich will nicht zum Danke für die großmütige Behandlung Tschetschwajos seinen Feinden verraten, wie sie ihn angreifen können.«