Ein Lächeln lag auf Pieter Maritz' Gesicht, während er diesem Gespräch der englischen Offiziere zuhörte. Er hatte genug vernommen, um mit dem Erfolg seiner Unternehmung zufrieden zu sein, selbst wenn er jetzt umkehren wollte. Er kannte die Stärke des englischen Heeres, die Zeit seines Aufbruchs und die Richtung seines Marsches. Er lachte für sich bei dem Gedanken an die Verachtung, welche die stolzen Engländer gegen die Buern hegten.
Jetzt war es ihm, als höre er das Herankommen seiner Schaar, und er entfernte sich vom Hause, um den Gefährten entgegenzugehen. Sie waren es. Die Büchsen in den kräftigen Händen, die scharfen Messer an der Seite, kamen die abenteuerlustigen Burschen mit langen Schritten schnell und doch behutsam heran.
»Freunde,« sagte Pieter Maritz, »wir müssen die ganze Gesellschaft gefangen nehmen, die dort im Hause steckt. Aber wir wollen, wenn es möglich ist, den Lärm vermeiden, damit die Stadt nicht erwacht. Nur wenn es nicht anders angeht, wird geschossen. Auf die vordere und hintere Seite des Hauses gehen je zwei Mann und weisen diejenigen zurück, die etwa aus dem Fenster springen wollen. Die andern kommen mit mir durch die Thür. Wir wollen kein Blut vergießen, wenn es nicht durchaus notwendig ist. Die beiden Offiziere besonders dürfen wir nicht entwischen lassen, deshalb haltet ihnen die Mündungen vor, wenn sie an die Fenster kommen.«
Es geschah, wie Pieter Maritz angeordnet hatte. Zwei Leute traten vor und zwei hinter das Haus und bewachten die Fenster. Pieter Maritz aber mit den andern schritt auf die Thür zu. Er öffnete sie, trat zuerst hinein und ging mit vorgehaltener Büchse in das größere Zimmer, worin der Unteroffizier und die Mannschaft lagen. »Ergebt euch,« rief er mit drohender Stimme, »sonst schießen wir euch nieder.«
Die Soldaten fuhren betroffen von ihrem Lager auf, und es entstand eine Scene der größten Verwirrung. Einzelne waren ganz schlaftrunken und wußten nicht, was um sie her vorging, andere griffen nach ihren Gewehren und blanken Waffen, andere wieder wollten durch die Fenster. Das große Zimmer hatte nach beiden Seiten Fenster, nach Norden und nach Süden. Aber von draußen kamen nun ebenfalls Drohungen und erschienen Gewehrläufe, und als der hohen Gestalten der Buern im Zimmer immer mehr wurden und die gefährlichen Mündungen der Büchsen sich auf die überraschte Wache richteten, da gaben die Engländer den Gedanken an Widerstand auf und ließen sich sämtlich gefangen nehmen. Pieter Maritz überließ die Sorge für diese Leute seinen Gefährten und ging durch das Zimmer hindurch in das dahinter liegende der Offiziere. Als er die Thür öffnete, sah er die Leutnants in großer Bestürzung mitten im Zimmer stehen. Der eine hatte einen Revolver, der andere seinen Säbel in der Hand. Vor dem Fenster stand ein Buer und seine Büchse lag im Anschlage auf der Fensterbank. Die Leutnants mußten den Tumult im Mannschaftszimmer vernommen haben und waren offenbar der Meinung, von einer großen Übermacht überfallen zu werden, so daß sie es für klüger hielten, ihre Waffen nicht zu gebrauchen.
Pieter Maritz grüßte sie höflich und mit triumphierendem Lächeln. »Meine Herren,« sagte er, »Sie sind Gefangene. Leisten Sie keinen Widerstand, es würde mir sehr leid thun, wenn ich Sie erschießen lassen müßte. Wollen Sie mir ihr Ehrenwort geben, nicht zu fliehen?«
Von den Buern aufgehoben.
»Verdammt!« rief Jack, »was sollen wir thun?«
»Der weiße Fleck auf dem Mittelfinger!« rief der andere und warf seinen Revolver zu Boden.