»Der General läßt Sie bitten, zu ihm kommen zu wollen,« sagte er.

»Nun,« rief Joubert in behaglichem Tone und indem er sich den Bart strich, »ich sollte meinen, da General Colley von mir etwas will, so könnte er auch zu mir kommen. Aber darum wollen wir nicht streiten. Ich will diese Straße entlang im Schritte weiterreiten, und General Colley kann mir auf der Hälfte des Weges entgegenkommen.«

Lord Adolphus Fitzherbert grüßte und eilte im Galopp zurück. Die Buern folgten ihm langsam. Pieter Maritz war seinem früheren Freunde und Kameraden eine Sekunde lang mit den Augen begegnet und hatte ein finsteres Glühen im Blick des vornehmen Engländers gesehen. Kein Zeichen des Erkennens war zwischen beiden ausgetauscht worden.

Gemächlich ritt der Buerntrupp auf der Straße hin und näherte sich den britischen Truppen, deren rote Uniformen bereits zu erkennen waren. Pieter Maritz sah zu beiden Seiten an den Höhen, welche die Straßen einschlossen, Tote und Verwundete im Grase liegen. Über den Kampfplatz hinweg schweifte sein Blick nach den entfernten Bergeshängen, und er sah dort die Gestalten der Buern erscheinen, die aus ihren sicheren Verstecken geschossen hatten. Sie kamen nun hervor und betrachteten von weitem, die Büchse im Arm, den weiteren Verlauf der Ereignisse.

General Joubert näherte sich der englischen Front bis auf etwa fünfhundert Schritte und hielt dann sein Pferd an.

»So, liebe Freunde,« sagte er, sich im Sattel umwendend, »ich denke, daß wir nun etwa auf der Hälfte des Weges sein werden, und da wollen wir warten, daß der Mann, der die weiße Fahne geschickt hat, uns entgegenkommt. Ich glaube zwar nicht, daß die Engländer so schlecht sein könnten, uns einen hinterlistigen Streich zu spielen und uns hier anzugreifen, aber ein vorsichtiger Mann giebt dem Feinde auch keine Gelegenheit, sich zu vergessen, und hier handelt es sich nicht allein um die Sicherheit, sondern auch um die Ehre.«

Die Buern hielten an, und unbeweglich stand der Trupp der riesigen Männer auf der Straße und erwartete das Herankommen des britischen Gouverneurs und Oberbefehlshabers.

Endlich löste sich drüben von der Masse der roten Uniformen ein kleiner Trupp ab und näherte sich. Pieter Maritz unterschied an der Spitze der Reiter den General Sir George Pomeroy Colley, den er zuerst als Stabschef des Generals Wolseley im Lager bei Ulundi gesehen hatte. Hinter dem Kommandierenden ritten drei Offiziere, und eine Dragonereskorte unter Lord Adolphus Fitzherbert folgte.

»Ich habe im Interesse der Menschlichkeit einen kurzen Waffenstillstand verlangt,« sagte der General. »Wir haben viele Verwundete, und die Herren Buern werden wohl noch mehr Verwundete haben. Sobald die Ärzte sich der armen Leute werden angenommen haben, mag der Waffenstillstand aufhören.«

»Wir sind gern bereit zu dem Waffenstillstand,« antwortete General Joubert, »obwohl ich nicht glaube, daß wir viele Verwundete haben.«