»Ja,« sagte Pieter Maritz seufzend, »ein saurer Dienst ist es hier in dem Gebirge. Aber wir werden ja nun wohl Verstärkungen genug bekommen, um die Buern hinauszuwerfen. Wo steht denn General Wood?«

»General Wood war in Port Natal, als wir kamen, aber es hieß, er würde am andern Tage von dort aufbrechen. Ich rechne, daß er in acht Tagen etwa mit ungefähr tausend Mann hier sein kann.«

»Es wäre gut, wenn er bald käme,« sagte Pieter Maritz, »denn wir können hier allein nicht viel anfangen. Wir haben eine Masse Leute verloren, und so, wie wir jetzt stehen, können wir nichts machen.«

»Oho, Kamerad, du scheinst mir nicht viel Kourage zu haben,« sagte der Husar. »Sind wir nicht jetzt da? Wo wir Husaren sind, da geht es immer flott. General Colley hat nur gewartet, bis wir kämen, und es sieht mir ganz so aus, als ob es morgen früh wieder losgehen sollte. Könnten wir die Buern nur einmal irgendwo im freien Felde packen, da solltest du sehen, wie wir einhauen wollten. Wir waren in Afghanistan. Da hättest du einmal etwas erleben können, wenn du gesehen hättest, wie wir diese gelben Spitzbuben mit den spitzen Lammfellmützen über die Ebene gehetzt haben. Das war noch eine andere Geschichte, als hier mit euern Niggers und Buern. General Roberts hättest du sehen sollen, das ist dir ein Kerl! Alle Hagel!«

In diesem Augenblick sah Pieter Maritz einige Offiziere und einen Mann in Buerntracht aus der Thür des Hotels kommen. Sie waren im Gespräch und begaben sich durch das Lager hindurch an dessen östliche Seite. Indem sie an einem der Wachtfeuer vorbeikamen, erkannte er in dem vordersten der Offiziere, der neben dem Buer ging, den General. Pieter Maritz antwortete dem Husaren nicht, sondern stand auf und schlenderte in nachlässiger Manier in einem Bogen nach eben der Stelle hin, wo General Colley war. Dort lagerten die Schotten, und er ließ sich mit kurzem Gruße an einem der dortigen Feuer nieder, welches ganz in der Nähe der Gruppe von Offizieren brannte. Die Gordonhochländer tranken ihren Whiskypunsch und rauchten ihre kurzen Pfeifen.

»Es ist kühl diese Nacht,« sagte Pieter Maritz, indem er so that, als komme er, sich zu wärmen.

Einer der Hochländer antwortete, und die Männer rückten zusammen, um ihm Platz zu machen, aber Pieter Maritz hörte kaum, was ihm gesagt wurde, da er sein Ohr gespannt auf die Unterhaltung des Generals mit dem Buer richtete, welche beide nur etwa zehn Schritte von ihm an der Brüstung standen.

»Es ist gerade dunkel genug, um verborgen zu bleiben, und hell genug, um den Weg zu finden,« sagte der General. »Sind Sie sicher, uns in zwei Stunden hinzuführen, ohne daß die Buern Lunte riechen?«

»Jawohl, Herr General,« antwortete der Buer in englischer Sprache. »Die Buernposten stehen im Halbkreise dort herum« — er machte eine Bewegung mit dem Arme — »aber im Süden ist das Land frei, und wenn wir einen Umweg über die Berge machen, so kommen wir hin, ohne gesehen zu werden.«

»Das ist ja ein abscheulicher Kerl, der seine Landsleute verrät,« dachte Pieter Maritz. »Aber sicherlich ist es keiner von uns, sondern ein Natalbuer von englischem Blute.« Zu seinem Verdruß wurde Pieter Maritz jetzt in seinem Lauschen gestört, indem ein Sergeant von den Hochländern, ein älterer Mann mit blondem Vollbart, ihn anstieß und fragte: »Ist das ordonnanzmäßig bei den Dragoonguards?« Der Sergeant zeigte bei diesen Worten auf die dunkelgelbe Lederhose und die hohen weichen Reiterstiefel, welche der Buernsohn trug, und welche deutlich sichtbar geworden waren, weil der Mantel sich verschoben hatte.