Präsident Brand warf dem Jüngling mit der Fahne einen Blick zu und mochte ihn wohl erkennen. Er lächelte. General Joubert bemerkte diesen Blick und dieses Lächeln.

»Dies ist einer unserer besten Kämpfer,« sagte er. »Pieter Maritz hat eine gute Stimme. So laut er jetzt den Sieg verkündigt, so laut war auch sein Angriffsruf auf dem Majubaberge. Wir verdanken ihm viel, er hat sich um sein Vaterland verdient gemacht.«

Die Buern ringsum blickten auf den Jüngling und wußten, daß der General die Wahrheit sprach. Pieter Maritz errötete, er war glücklich und stolz.

Da kam ein behendes Pferd heran, auf dessen Rücken sich eine schlanke Frauengestalt wiegte. Pieter Maritz blickte zu ihr hin und erkannte die Buerntochter aus Pretoria, die reizende junge Dame mit dem kastanienbraunen Haar. Er hatte sie niemals ganz vergessen können, und in all dem Lärm der Kriege hatte ihr Bild für ihn immer Farbe behalten. Er sah jetzt, daß sie noch viel lieblicher war, als er es sich gedacht hatte. Sie ritt mit dem freundlichen Lächeln auf ihn zu, das ihm einstmals schon so wohl gefallen hatte, und nahm eine rote Rose von ihrer Brust.

»Dem gefeierten Sieger,« sagte sie, ihm die Blume überreichend. »Nehmen Sie diese Rose als ein Zeichen des Dankes, den wir Frauen den Beschützern unseres Vaterlandes weihen.«

Pieter Maritz nahm die Rose, und ein Gefühl des Glückes, wie er es noch nie gekannt, schwellte seine Brust.

Da fiel sein Blick auf eine schimmernde rote Uniform, die ganz vereinzelt zwischen so vielen dunklen Blusen stand, und auf ein finsteres, trauriges Gesicht. Lord Adolphus Fitzherbert hatte sich, durch das jubelnde Rufen herbeigelockt, dem Wagen des Präsidenten Brand genähert, in welchem auch ein Engländer mitgekommen war. Der Gefangene wollte sich erkundigen, wie es um den Frieden stände.

»O, Adolphus, nicht diese finstere Miene!« rief Pieter Maritz mit herzlichem Tone. »Ich bin so froh, daß ich gern von meiner Freude dir abgeben möchte. Laß mich nicht deine Freundschaft verlieren, wenn auch das Schicksal den Sieg nicht deinem Lande, sondern unserer Sache gegeben hat!«

Der Lord schüttelte abwehrend den Kopf. »Für den Sieger ist es leicht, so zu sprechen,« entgegnete er, »aber ich kann nicht vergessen, welche Demütigung euer Triumph uns auferlegt.«

Pieter Maritz sprang vom Pferde und reichte die Fahne einem Landsmann in seiner Nähe. Er ging auf den Engländer zu und umfaßte seine Schultern.