»Ja, Mynheer,« antwortete Pieter Maritz, »wir reiten alle von Jugend auf, aber so schön wie bei den Soldaten der Frau Königin ist's bei uns freilich nicht.«

Er verglich mit einem bezeichnenden Blick die einfache Trense seines Pferdes mit dem silberblinkenden Stangengebiß im Maule des Rappen und seinen von Dornen zerkratzten, vom Kot vieler Wege und vom Wasser vieler Flüsse und Bäche nahezu schwarz gewordenen Sattel mit dem hellgelben, spiegelblanken Sattel des Leutnants.

»Nun,« sagte der Engländer, welcher diesen Blick aufgefangen hatte, »Sattel und Zaum sind etwas Äußerliches, das Pferd ist immer die Hauptsache. Haben denn viele Bauern gute Reitpferde?«

»Sie haben alle gute Reitpferde,« entgegnete der Knabe.

»Und wie viele Bauern giebt es denn wohl, die ins Feld rücken, wenn etwa Krieg mit den Zulus oder den Betschuanen ausbricht?« fragte der Leutnant, der die Gelegenheit benutzen wollte, Näheres über die Verhältnisse der Buern zu erforschen.

»Das ist sehr verschieden,« sagte der Knabe. »Wenn die Zulus angreifen, sammeln sich die Buern in den Gegenden nahe den Zulus; wenn die Betschuanen Überfälle machen, werden in den dortigen Gegenden Kommandos gesammelt.«

»Aber wenn alle bewaffneten Buern zusammenkämen, wie viele würden das sein?«

»Das weiß ich nicht,« erwiderte Pieter Maritz, indem er ein einfältiges Gesicht machte. »Es sind ihrer zu viele, als daß man sie zählen könnte.«

»Oho!« rief der Engländer. »Wenn es so viele wären, hätten sie es sich wohl nicht gefallen lassen, von uns unterworfen zu werden.«

»Wahrscheinlich sind es der englischen Soldaten noch mehr,« erwiderte der Knabe. »Wieviel Mann hat denn wohl die Frau Königin im Kaplande und in Natal?«