»Was verlangt Ihr für den Braß?« fragte der Goldschmied wieder.
»Ich hoffe damit den Wechsel meines Sohnes gedeckt zu haben – sonst will ich weiter nichts – ich will froh sein, wenn ich diesen Stein vom Herzen habe.«
Der Goldschmied wollte den Werth des Erzes herabsetzen, so daß der Wechsel nicht damit gedeckt erschien, aber der Steiger bestand auf seiner Forderung, und zuletzt versprach der Goldschmied, den Wechsel auszuliefern, sobald er das Erz in Empfang nähme. Der Steiger wollte es in der zweitnächsten Nacht zum Theil bringen und verabschiedete sich. »O, mein Sohn! mein Sohn!« murmelte er unter der Thür, »wenn Du wüßtest, wohin Dein Uebermuth Deinen alten Vater gebracht hat!« Eine Thräne quoll aus seinem Auge – langsam stieg er die Stufen vor dem Laden hinab. Plötzlich fand er sich angeredet. Aufblickend sah er den Gelbgießer Mickley vor sich stehen.
»Ihr noch in der Stadt?« fragte dieser, »und kommt vom Goldschmied?« Der Steiger erschrak. »Ich war – ich hatte – mein Sohn schickte mich hierher –« stotterte er.
»So?« versetzte Mickley; »ist der Herr auch wieder einmal zu Platze? Er ist nun endlich einmal Doctor geworden und geht mit einer vornehmen Heirath um – he?«
»Wie er thut, ja; und da er so gut mit dem Herrn Obereinfahrer steht, so mag wohl was d'ran sein.«
»Ach ja, es ist ja die Schwester vom Herrn Baron, um die er freit; – da gratulir' ich zur vornehmen Freundschaft, Alter!«
»Danke, Meister Mickley, eine brave, bürgerliche Schwiegertochter wäre mir lieber. –«
»Ihr seid ein braver Mann, Steiger,« sagte der Gelbgießer, ihm auf die Schulter klopfend, »ich weiß, Ihr habt's nicht wie Eure Schichtmeisterin darauf angelegt, in vornehme Freundschaft zu kommen. Hättet Ihr doch in Eurer Demuth Euren Sohn gar nicht studiren lassen; aber gute Freunde haben Euch überredet. Daß er nun aus der Art geschlagen, ist somit nicht Eure Schuld.«