»Das war's Auswärtige; nun kommt das Einheimische, und das ist das Wichtigste.« – Er berichtete nun, wo ein Todesfall vorgekommen und zu erwarten, ein Kind geboren, eine Hochzeit vor der Thür, ein Hausbau in Angriff genommen war und dergleichen mehr, endlich schloß er: »Doch nun das Beste! Was denkt Ihr, daß das Allerneueste ist?«
Alle sahen ihn gespannt an.
»Gelt, Ihr wißt's nicht?« sagte er nach einer Pause. »Nun so hört: mein Vetter, der Sacher Heinrich, ist diesen Mittag aus der Fremde gekommen!«
Das schien in der That eine unerwartete und wichtige Neuigkeit zu sein, denn alle Anwesenden gaben Zeichen der Ueberraschung und des Interesses von sich – Niemand aber lebhaftere, als Hannchen, denn die stieß einen lauten Schrei aus und wurde roth wie eine Erdbeere bis in den Nacken hinein.
»Nicht wahr, Jungfer Hannel,« bemerkte der Erzähler, »das ist Wasser auf Ihre Mühle?«
Alle blickten die Gefragte an. Diese warf dem Frager einen zürnenden Blick zu und eilte zur Thür hinaus.
»Da hat man's,« sagte Lobel, »alte Liebe rostet nicht!«
»'s war auch gar ein feiner Bursch, der Sacher Heinrich,« meinte eine der Nachbarinnen.
»Ihr solltet ihn erst jetzt sehen,« versetzte Lobel, »jetzt sticht er alle Wellersgrüner Bursche aus, sowohl was Ansehen als Manieren betrifft; ich sollt's nicht sagen, weil's mein leiblich Schwesterkind ist – aber wahr bleibt wahr. Er ist aber auch ein Stück in der Welt herumgekommen, wie Keiner in Wellersgrün – sogar in Welschland ist er gewesen, und in Frankreich hat er fast zwei Jahre gearbeitet – da kann's Hannel bald hören, wie das auf Französisch heißt: