– keine von Allen
Hat so mir gefallen
Wie Hannchen, schön' Hannchen, lieb' Hannchen, mein Hannchen allein.«
»Laß Er das Geplapper, Lobel!« gebot Frau Unger. »Vor drei Jahren, wie Sein Vetter in die Fremde ging, war mein Hannel noch ein Kind, und wer weiß, ob der Sacher Heinrich jetzt noch an die Tändelei denkt. Mein Hannel hat sie längst vergessen; und nun treib' Er mir das Mädel nicht wieder aus der Stube mit solchem Spaß! – Aber sehen möcht' ich den Sacher Heinrich, das gesteh' ich.«
»Ich auch« – »ich auch« – hieß es von mehren Seiten und Rußbuttenlobel schloß mit der Aeußerung: »Er wird schon kommen und sein Schätzel grüßen.«
Jetzt schlugen ferne Trompetenklänge an die Ohren der Gesellschaft.
»Das hätt' ich bald über dem Sacher Heinrich vergessen,« sagte die inkarnirte Dorfzeitung, »in der obern Schänke ist heute Musik – sie blasen schon zusammen. Also munter, ihr jungen Leut'!«
Diese Mahnung galt den ledigen Personen im Zimmer und man säumte nicht, ihr nachzukommen, denn das junge Volk tanzt in Wellersgrün so gern wie überall im lieben Gebirge. Bald war Frau Unger mit ihren Kindern allein daheim. Denn auch Rußbuttenlobel mußte von Amtswegen in die Schänke. Wie er, den kürzesten Weg nehmend, aus der Hinterthür in den Ungerschen Grasgarten trat, fand er Hannchen dort in sich versunken stehen. Er schlich sich nahe und sah, wie sie einer Sternblume die Blättchen nach einander ausriß und dazu halblaut sagte: »Er liebt mich – von Herzen – mit Schmerzen – klein Wenig – gar nicht – er liebt mich – –« Da fiel das letzte Blatt und Rußbuttenlobel ging mit den Worten vorüber: »Ei freilich! Komm Sie nur in die Schänke, Jungfer; da ist er auch.«