Eine Pause trat ein. Die beiden Jäger in dem Zimmer standen sich einander gegenüber, Konrad am Fenster wagte nicht zu athmen, obgleich ihm ein unnennbares Gefühl die Brust zersprengen wollte.

– Gut, ich komme! sagte endlich Eberhard. Aber nur unter einer Bedingung.

– Nenne sie!

– Daß kein Blut vergossen wird.

– Narr, ein halbes Geschäft ist keins. Wenn uns der Graf nun erkennt? Sieh', ich bin auf Deinen Vortheil bedacht: ich mache mich aus dem Staube, so bald ich das Geld habe, das kannst Du nicht, Du mußt bei Deiner Frau bleiben – mir ist es ganz gleich, ob der Graf mit heiler Haut davon kommt oder nicht – Dir, dem Zurückbleibenden, muß alles daran liegen, die Zeugen bei Seite zu schaffen – also sei gescheit und folge mir!

– O furchtbar, furchtbar! Ich soll einen Mord auf mein Gewissen laden!

– Nein, das sollst Du nicht, das Außerwesentliche ist meine Sache – Du nimmst nur das Geld! Also Schlag elf Uhr an dem Wirthshause – auf der Bank, wo wir den verhängnißvollen Hut mit dem rothen Bande eroberten. Auf Wiedersehen, Kamerad!

Jetzt zog sich Konrad behutsam aus der Hecke zurück, sandte einen Blick des Dankes zum Himmel empor und lief mit einer solchen Schnelle den Weg über das Stoppelfeld zurück, daß er nach kaum zehn Minuten keuchend an Philipp's Mühle stand. Er traf den jungen Müller auf der Bank unter der Linde, wo er einem kleinen Kreise Zuhörer die Scene schilderte, wie Konrad das Leben des Gutsherrn gerettet hatte.

– Willkommen, Konrad! riefen alle, als sie ihn erkannten, und umringten ihn freudig, denn sie wußten um sein hartes, unverdientes Schicksal und beklagten ihn von Herzen.

– Philipp, flüsterte der Angekommene, ich muß Dich allein sprechen!