Plötzlich wandte sich die bleiche Braut, um in das Haus zurückzukehren. Ein unterdrückter Schrei entschlüpfte ihrem Munde, als sie den Fremden im Mantel erblickte. Bebend schritt dieser ihr entgegen, so daß er auf derselben Stelle stand, wo er sie zum erstenmale gesprochen.
– Marie, stammelte Julius und Thränen traten ihm in die Augen – Marie, ich komme zu spät!
An dem Tone der Stimme hatte ihn Marie erst erkannt, sie mußte sich an der kleinen Gartenthür halten, um nicht zu Boden zu sinken.
– Mein Herr, sprach sie leise und eine leichte Röthe erschien auf den bleichen Wangen, heute früh wurde ich getraut –!
– Marie, Marie! rief eine Stimme aus dem Innern der Mühle.
– Mein Mann ruft, sprach die junge Frau, leben Sie wohl!
Zitternd nahm sie den Strauß von ihrem Busen und reichte ihn Julius; dann verschwand sie in der Thür des Hauses.
– Zu spät! rief Julius, indem er den Strauß an seine Lippen drückte und mit einem Strome von Thränen benetzte, der über die Wangen rann. Zu spät, die rauhe Hand des Winters hat auch mein Glück zerstört!
Hastig verließ er den kleinen Hof der Mühle, schlug den Fußpfad ein und gelangte nach einigen Minuten bei dem Baumstamme an, wo sein Wagen hielt.
– Den Weg zurück! rief der junge Mann und warf sich weinend in die Polster des Reisewagens.