Mit Thränen in den Augen verließ der verliebte und verzweifelnde Niklas das Zimmer. Noch hatte sich Netti von dem Schrecken über diese Scene nicht erholt, als sich plötzlich die Thür wieder öffnete und der Apothekergehülfe mit einem Korporal in weißer Uniform eintrat.

– Kommen Sie, Herr Korporal, rief er mit glühenden Augen, hier ist die Tochter des Hauses, wenden Sie sich an diese!

Ein junger, schön gewachsener Soldat mit einem vollen braunen Barte und feurigen schwarzen Augen stand vor der erstaunten Netti und hielt ein Quartierbillet in seiner Hand.

– Heil und Ehre den Schönen! sagte er mit einer wohlklingenden Stimme, indem er militairisch grüßte. Ein allerliebstes Kind! flüsterte er dem langen Niklas zu.

– Eine gefährliche Einquartierung, dachte Niklas, indem er den schönen Soldaten vom Kopfe bis zu den Füßen betrachtete.

Netti hatte ihren Platz verlassen.

– Verzeihung, mein Herr, – darf ich wissen wen ich die Ehre habe – –?

– Janos Esthi, mein schönes Kind, kaiserlicher Korporal im zwanzigsten Infanterie-Regimente. Es lebe der Kaiser! Es leben die Schönen! Es lebe der Krieg!

Mit einem Anstande, der den österreichischen Korporalen in der Regel nicht eigen zu sein pflegt, ergriff Janos Esthi Netti's weiche Hand und drückte ehrfurchtsvoll einen Kuß darauf, ohne daß es das junge Mädchen zu verhindern vermochte. Nicht ein Korporal, ein Officier höhern Ranges schien sich in dem Zimmer zu befinden.

– Herr Korporal! rief Niklas, der sich ärgerte, ihn bei Netti eingeführt zu haben.