Dem Fischer schien vor Schrecken die Sprache vergangen zu sein.

– Und wenn es wäre? fragte er nach einer Pause.

– Dann würde ich Dir, mein alter Lajos als einem Freunde die Hand reichen. Kennst Du meine Stimme nicht mehr?

– Mein Gott, stammelte der Fischer, bei dem Namen der Gräfin steigt eine Erinnerung in mir empor – doch nein, ich kann es nicht glauben, – es ist nicht möglich! Ein Graf Esthi – –

– Steckt in der Uniform eines österreichischen Korporals, es ist die volle Wahrheit. Du weißt, ich diente als Oberst im Görgey'schen Corps –?

– Görgey! Görgey! knirschte der Fischer und hob beide Fäuste zum Himmel empor, als ob sie ein Krampf durchzuckte.

– Wir wurden verrathen und mußten die Waffen strecken, dann degradirte man uns zu gemeinen Soldaten und wir wurden den österreichischen Regimentern einverleibt. Seit drei Tagen hat man mich zum Korporal avancirt, weil mein Eifer im Dienst, den Du Dir bei der Bestimmung unseres Regimentes leicht erklären kannst, eine Belohnung erhalten sollte. Doch wir verplaudern die Zeit und denken nicht an das Wichtigste – – folge mir in das Gartenhaus, man könnte uns hier belauschen.

Nach einigen Minuten befanden sich die beiden Männer in dem Zimmer. Der Korporal zündete ein Licht an, das auf dem Tische stand.

– Ja, bei Gott, rief Lajos, als er das Gesicht des Soldaten sehen konnte – Sie sind es, Herr Graf! Ach, ich muß weinen, daß wir uns unter so traurigen Umständen wiedersehen!

Der Greis trocknete sich die nassen Augen. Der junge Mann schloß ihn gerührt an seine Brust.