War selbst die gottgesandte Jungfrau nicht!
– Ein Dichter! dachte Kathi und hielt sich ganz still, denn es war das erste Mal seit langer Zeit, daß sie wieder Verse hörte, sie, die selbst als Dichterin bekannt war.
Der Advokat fuhr mit erhöhter Stimme fort, da er sich allein wähnte:
Du bist die Gottgesandte, hohe Tochter
Des würdigen Andrasy, denn dich schmückt
Das Attribut der höchsten Majestät.
Im Kampfe groß und nach dem Siege mild
Bist du es, die die Thränen Armer stillt –
Du trägst mit Würde der Verbannung Schmerz,
Vertrauend blickt dein Auge himmelwärts –