– Nein, bleibe. Es ist besser, Du hütest den Kahn, unser einziges Rettungsmittel; ich schreibe an Thekla und stecke ihr heimlich das Briefchen zu. Auch fürchte ich, daß Deine Anwesenheit im Hause Verdacht erregen könnte. Geh, und bewache unser Rettungswerkzeug!

Lajos kehrte an das Ufer zurück.

Auf einem Tische befand sich Schreibzeug und Papier. Der Soldat setzte sich zum Schreiben. Seine Hand zitterte, als er die Feder ergriff.

4.

Während der Apotheker sich im Gartenhause befand und der Korporal seinen Spaziergang machte und mit dem Fischer die Flucht der Gräfin Andrasy berieth, hatte die arme Kathi eine neue Ueberraschung zu erfahren, die nicht minder erschütternd auf sie einwirkte, als der Anblick des kaiserlichen Soldaten.

Niklas, des Apothekers Gehülfe, hatte mit der schönen Köchin eine Unterredung angeknüpft, um seinen Gram verschmähter Liebe etwas zu mildern. Als Einleitung dazu hatte er die Neuigkeit erzählt, daß die Regierung einen Preis von dreitausend Ducaten auf den Kopf der flüchtigen Gräfin Andrasy gesetzt habe und daß sie sich in der Umgegend oder in der Stadt selbst befinden solle.

In einer fieberhaften Aufregung und kämpfend mit der Angst vor Verrath, stieg sie um vier Uhr die Treppe hinan, um nach der Hausordnung dem Advokaten Ferenz den Kaffee auf das Zimmer zu bringen, den sie auf einem Präsentirteller in den zitternden Händen trug. Leise trat sie in das Arbeitszimmer des jungen Mannes. Ruhig blieb sie an der Thür stehen, denn Ferenz saß an seinem Arbeitstische, die Fortsetzung des Gedichtes, an welchem er, statt an den Büchern des Herrn Czabo, gearbeitet hatte, mit lauter Stimme lesend:

Da stand urplötzlich eine hohe Frau,

Wie einst Johanna d'Arc, im Volksgewühl –

Die Menge ward begeistert, denn so schön