Es war an demselben Tage, an dem die Ausschreibung des Preises auf den Kopf der Gräfin Andrasy an den Ecken der Straßen von Semlin aushing, als der Advokat Ferenz, erschüttert von der neuen Tyrannei der Sieger, sein Zimmer betrat und sich mißmuthig in den Sessel vor seinem Arbeitstische warf. Wohl eine Viertelstunde sah der junge Mann starr vor sich hin und sein Geist schien dem Orte entrückt zu sein, wo der Körper sich befand. Plötzlich griff er in die Seitentasche seines Rockes und holte ein zierlich gesticktes Taschenbuch, ein Geschenk seiner Netti, daraus hervor. Ohne Säumen zog er den Stift, der die Blätter zusammenhielt, aus den feinen goldenen Oesen, öffnete und las mit halb lauter Stimme, aber mit großer Begeisterung, folgende Verse:
Und in den Straßen wogte das Gedränge
Des wuthentbrannten Volkes, das empört
In unabsehbar, fürchterlicher Menge,
Den Tigern gleich, die Durst nach Blut verzehrt,
Das Stadthaus droh'nden Blicks umschlossen hielt –
Und Schrecken, überall, wohin man sah –
Der Ausbruch eines Bürgerkriegs war da!
Noch fehlte nur ein Führer, der mit Kraft
Den rechten Geist im rohen Volke schafft –