– Man scheint Sie verrathen zu haben, – flüsterte er eifrig, – ich komme vom Marktplatze, wo sich das Gerücht verbreitet hat, die Gräfin Andrasy halte sich in diesem Stadttheile verborgen. Wechseln Sie schnell die Kleidung, da man auf die Frauen ein besonderes Augenmerk richten wird – meine Garderobe steht zu Ihrer Verfügung. Eilen Sie auf mein Zimmer, ich werde Netti unterhalten und ihr sagen, ich habe Sie ausgeschickt. Verlieren Sie keine Zeit, man theilt schon die Patrouillen ab.
Der Advokat gab der bestürzten Gräfin den Schlüssel zu seinem Zimmer.
– Und dann? – fragte sie kaum hörbar.
– Bleiben Sie, bis ich zu Ihnen komme. Fort, fort!
Ferenz ging in das Zimmer zu Netti.
Mit dem Vorsatze, sobald die Umkleidung geschehen, in das Gartenhaus zu eilen, flog Thekla, deren Muth wieder erwacht war, die Treppe hinan und betrat das Zimmer des jungen Advokaten. Da ihr die Einrichtung desselben bekannt war, zündete sie ein Licht an, das auf einem Seitentischchen stand. Nach einer Minute hatte sie auch den Schrank, der die Kleider aufbewahrte, gefunden. Dann verschloß sie die Thür.
Während dieser Zeit erschien der Korporal auf der Hausflur. Vorsichtig schlich er zur Küche. Ein Lämpchen brannte auf dem Heerde, die Köchin war nicht zu erblicken. Der junge Mann sah in die Kammer – auch diese war leer.
– Mein Gott, – flüsterte er, – was bedeutet das? Wir dürfen nicht länger zögern – wo mag sie sein? Kathi, – rief er leise, – Kathi!
Alles blieb still.
Janos trat auf die Hausflur zurück und lauschte, – nichts regte sich. Plötzlich hörte er in dem Wohnzimmer sprechen. Ohne sich länger zu besinnen, klopfte er an die Thür, öffnete und trat ein.