– Mein Bruder? fragte die Eingetretene verwundert. Weißt Du es schon?

– Also hast Du Nachricht – o erzähle, wo ist er, wie geht es ihm?

– Du weißt noch nichts, meine Marie, sagte Röschen lächelnd, folge mir in meine Wohnung und Du sollst alles erfahren!

– Nein, nein, berichte hier gleich, die Unruhe tödtet mich! Röschen, wenn Du mich liebst, fügte sie mit einem Seitenblicke auf die Männer hinzu, so theilst Du mir gleich Deine Nachrichten mit.

Röschen hatte den Blick verstanden, denn sie sagte betonend:

– Nun denn, mein Bruder Konrad ist so eben angekommen!

– Gott sei Dank! rief Marie und bedeckte den Mund, der diese Botschaft gesprochen, mit glühenden Freudenküssen. Herr Ortsrichter, wandte sie sich zu Valentin, was sagten Sie doch vorhin?

– Ich sagte, stammelte der Alte, ich sagte, daß sich alles ereignen könne – und hatte ich nicht Recht? Er ist angekommen, den wir noch im Kriege wähnten! Nun, Jungfer Mündel, wir wollen Ihre Freude des Wiedersehens nicht stören, gute Nacht! Doch vergessen Sie nicht, daß ich Ihr Vormund bin! Gute Nacht!

Valentin ergriff Stock und Hut und verließ das Zimmer. Der Jäger grüßte kalt die beiden Mädchen und folgte seinem Vetter, der mit großen Schritten seinem Hause zueilte.

– Was bedeutet das? fragte Röschen verwundert – der Jäger Eberhard in Deiner Wohnung –?