– Gern, bester Vater. Wie kommt es nur, daß der sonst so pünktliche junge Mann – –

– Soll ich es Dir sagen, Ferenz? sagte lächelnd Herr Czabo.

– Nun?

– Ich glaube, Deine Heirath mit meiner Netti, die bei der Wiederkehr des Friedens in naher Aussicht steht, hat dem armen Menschen den Kopf etwas verdreht. Er ist ein guter Junge, weiß seine Medicamente zu präpariren – ich muß aber aufrichtig bekennen, daß es mir lieb ist, ihn durch Dich ausgestochen zu sehen, weil Niklas kein Mann für meine Tochter ist.

– Bester Vater, rief der Advokat, ich werde Ihr Zutrauen zu rechtfertigen wissen, ich fühle, daß ich Kenntnisse und Kraft besitze, eine gute Carriere zu machen, und wem steht ein glänzenderer Weg offen, als einem Rechtsgelehrten?

Der Apotheker blieb stehen und sah seinen künftigen Schwiegersohn mit großen Augen an.

– Wie, rief er erstaunt aus, willst Du vielleicht einen ähnlichen Weg einschlagen, wie jener Kossuth, der nichts Geringeres beabsichtigte, als durch eine Revolution gegen das angestammte Kaiserhaus sich zum Könige von Ungarn zu machen? Mensch, nimm Dir sein Schicksal zur Warnung, jetzt irrt er als Vagabond durch die Länder – das wäre mein König!

– Bester Vater, er war doch ein muthiger Mann, wandte der Advokat ein.

– Ein Schreihals, ein verdrehter Kopf war er, den man glücklicherweise beseitigt hat. O mein Gott, was hat dieser Mensch für Unglück angerichtet! Und wer schloß sich ihm an? Nur Leute, die nicht wußten, was sie wollten – lüderliche Menschen, die keine Lust zur Arbeit hatten und keine Steuern bezahlen wollten. Der gute Bürger, mein Freund, muß immer zahlen, ohne widerspenstig zu sein, vorzüglich, was er dem Staate schuldet, dann leben wir in Ruhe und Frieden und die Geschäfte gedeihen. Gott sei Dank, rief er aus und hob sein schwarzes Käppchen empor – Gott sei Dank, daß der Herr Generalfeldzeugmeister Herr im Lande geblieben ist und die verwünschten Rebellen verjagt hat! Ich hoffe, er wird sie noch alle erwischen, damit jeder Keim zur Empörung ausgerottet wird. Wenn er nur so glücklich wäre, die Gräfin Andrasy dahin zu bringen, wohin sie gehört.

– In diesem Falle müßte er doch ihrer erst habhaft werden, sagte lächelnd der Advokat.