– Röschen, willst Du mir gefällig sein?

– Gern!

– Ich vermuthe, Dein Bruder kommt zu dieser Laube – wir wollen uns ein wenig zurückziehen, um ihn in seinem Nachsinnen nicht zu stören.

– Ich wette, antwortete lächelnd Röschen, Ihr habt einen kleinen Streit gehabt – –

– Komm, liebe Freundin, komm!

Röschen ward in ihrer ersten Meinung bestärkt, deshalb ließ sie sich unter leisem Gelächter von Marien aus der Laube hinter einen nahen Fliederbusch ziehen, der sie dem Ankommenden völlig verbarg.

Kaum hatten die beiden Mädchen ihr Versteck erreicht, als Konrad die Gartenthür öffnete, langsam durch den Weg ging und sich in der halb dunkeln Laube niederließ.

– Weiter kann ich nicht, murmelte er leise vor sich hin. O mein Gott, welch' eine schreckliche Nacht! und immer noch keine Nachricht – ich habe mit meinem Wagen vergebens auf dem Kreuzwege gewartet. Diesen Morgen schon durchsuchte ich die Ruinen und den Wald – nirgends eine Spur von meinem armen Grafen. Was wohl aus ihm geworden ist? Ob sie sich geschlagen haben? – Fürchterliche Ungewißheit – und niemandem darf ich mich mittheilen!

– Verstehst Du, was er mit sich selbst redet? fragte bebend die arme Marie ihre Freundin.

– Nein.