– Marie, rief er aus, ich ward wider meinen Willen die ganze Nacht abgehalten – kannst Du mir verzeihen?
– Ich soll Dir verzeihen, Konrad? antwortete sie schmerzlich. Frage Dein Gewissen!
– Röschen, Marie, fragte der junge Mann mit verstörten Blicken – hat man ihn diesen Morgen im Dorfe gesehen?
– Wen?
– Unsern jungen Grafen Rudolph!
– Nein. Doch was willst Du von dem Grafen? fragte Röschen erstaunt.
– Ich muß ihn sehen, ihn sprechen, damit ich endlich aus dieser fürchterlichen Ungewißheit komme!
Marie bedeckte ihr Gesicht mit beiden Händen, denn sie glaubte, er wolle dem Grafen sein Verbrechen gestehen, daß ihm mit Centnerlast auf dem Herzen zu liegen schien. Auch Röschens Verdacht ward erweckt, je länger sie den Bruder ansah, es mußte doch wohl etwas mehr sein, das ihn quälte, als ein kleiner Liebeszwist.
– Konrad, rief sie ängstlich, was ist denn geschehen – Du bist ja ganz bestürzt?
– Man hat mir ein Geheimniß anvertraut, das mir Sorgen macht –!