– Ein Geheimniß? darf Deine Braut und Deine Schwester dieses Geheimniß nicht wissen?

– Fragt mich nicht, ich bitte Euch – denn ich kann es keinem in der Welt mittheilen!

– O ich unglückliches Mädchen! schluchzte Marie und sank laut weinend auf die Bank in der Laube.

– Marie, Marie! rief Konrad, eilte bestürzt zu dem weinenden Mädchen und wollte es durch freundliches Zureden beruhigen; dieses aber hielt ihn mit der Hand zurück und fuhr fort laut zu weinen.

– O mein Gott, sagte Röschen mitleidig, die Angst wird sie noch krank machen!

– Angst? O sage schnell, was macht ihr Angst?

– Nun der Raubanfall in den Ruinen der Abtei.

– Nicht möglich! rief Konrad und starrte die Schwester an. Röschen, weiß man schon darum?

Der junge Mann hatte diese Worte mit einer Angst gesprochen, daß Marien das Herz erbebte, denn sie waren das letzte vollgültige Zeugniß seiner Schuld.

– Konrad, Konrad, fragte sie mit bebender Stimme, weißt Du um den Vorgang in den Ruinen?