— Es steht jedenfalls hier zu lesen, sagte der Vater.
Es war eine schwere Arbeit. Gleichzeitig bereitete er sich auf die Studentenprüfung vor.
Als die Weihnachsferien anfingen, fuhr man wieder aufs Land. Man saß am Kamin, knackte Nüsse auf, einen ganzen Sack, und las „Frithjofs Sage, Axel, Die Abendmahlskinder‟ von Tegnér. Die Abende waren lang und unerträglich. Johan aber entdeckte einen neuen Inspektor, der beinahe wie ein Knecht behandelt wurde. Das reizte Johan, mit ihm Bekanntschaft zu machen; auf dessen Zimmer brauten sie Punsch und spielten sie Karten.
Die Baronin sagte Johan tadelnd, der Inspektor sei keine Gesellschaft für ihn.
— Warum nicht?
— Er hat keine Bildung!
— Hm! Das ist nicht so gefährlich.
Sie sagte auch, es sei ihr angenehm, wenn der Hauslehrer abends die Gesellschaft der Familie wähle oder wenigstens sich im Zimmer der Knaben aufhalte. Er zog das letzte vor, denn oben war es dumpfig; auch war er es müde, vorzulesen und die Unterhaltung zu führen.
Er saß also auf dem Zimmer der Knaben, das zugleich das seine war. Der Inspektor kam dorthin und sie spielten ihre Partie. Die Knaben bettelten, mitspielen zu dürfen. Warum nicht? Johan hatte in seinem Elternhaus stets mit Vater und Brüdern Whist gespielt; dieses unschuldige Vergnügen wurde als Erziehungsmittel in Disziplin, Ordnung, Aufmerksamkeit, Gerechtigkeit angewandt; um Geld hatte er nie gespielt. Mogeln wurde augenblicklich zurückgewiesen, unzeitiger Jubel über Gewinnen zum Schweigen gebracht, mißvergnügte Mienen über Verlieren verspottet.
Die Sache ging durch, ohne daß ein Tadel ausgesprochen wurde, denn die Herrschaft war zufrieden, daß die Knaben beschäftigt waren und ihnen nicht selbst zur Last fielen. Aber den Verkehr mit dem Inspektor liebten sie nicht. Im Sommer hatte Johan einmal aus seinen Schülern und den Knaben der Instleute eine Truppe gebildet, die er auf dem Felde übte. Sofort erging das Verbot, nicht mit den Kindern der Instleute zu verkehren.